Leserbrief

Strassen und Umwelt entlasten

Wolfgang Schreier, Co-Präsident der Initiative «Bodensee-S-Bahn». | 29. Januar 2015

S-Bahn «FL-A-CH»

Der Fernverkehr mit der Bahn in die nächsten Grossstädte ist Hans Frommelt in seinem Leserbrief («Volksblatt» vom 27. Januar) am wichtigsten. Weiss er nicht, dass der Nahverkehr auf den meisten Hauptverkehrsachsen in den Agglomerationen mehrfach grösser ist? Dafür wurde «FL-A-CH» in erster Linie von Liechtenstein, Vorarlberg und der Schweiz gemeinsam geplant, wie schon aus der Projektbezeichnung mit den drei Länderkennzeichen hervorgeht. Dieses Projekt für einen S-Bahn-Verkehr im Halbstundentakt dient nicht zuletzt auch als Zubringer für den Fernverkehr. Rund um den Bodensee wird das gleiche Ziel von unserer Initiative verfolgt, welche die Homepage www.bodensee-s-bahn.org betreibt. Das ist aber nicht die richtige Internet-Adresse für ein Urteil, wie gut das Projekt «FL-A-CH» mit den anderen Bahnplanungen in der Euregio Bodensee vernetzt ist. Dazu sind bessere Informationen auf der Homepage www.bodenseekonferenz.org mit dem Stichwort «Bodan Rail» unter dem Punkt sechs zu finden. Das Projekt «Bodan Rail» wird seit 15 Jahren von den zuständigen Behörden aus allen Ländern und Kantonen des Grossraums Bodensee gefördert unter dem Dach der IBK Internationale Bodensee Konferenz. «FL-A-CH» ist innerhalb von «Bodan Rail» ein wichtiges und weit fortgeschrittenes Projekt für den Nah- und den Fernverkehr. Es ist keineswegs ein Inselprojekt, reif für die Beerdigung, wie von Hans Frommelt gefordert. Das ist auch die Meinung des erfahrenen Zürcher Verkehrsplaners Paul Stopper in seinem Interview, das am 10. Januar im «Volkblatt» erschienen ist.
Ein leistungsfähiger Verkehr ist wie heute auf jeder Strasse nur mit zwei Bahnspuren möglich. Dafür ist es nötig, die einspurige Bahnlinie Buchs-Feldkirch aus dem vorletzten Jahrhundert schrittweise auf Doppelspur auszubauen. Auf den Autobahnen und Hauptstrassen des Kantons Zürich würde man Tag und Nacht hoffnungslos im Stau stehen, wenn nicht Bahn und Bus heute schon mehr als einen Drittel des Gesamtverkehrs bewältigen würden. Im deutschen Bodenseegebiet ist es immer noch weniger als ein Zehntel. Vorarlberg und die Ostschweizer Kantone haben mit ihren vorbildlichen S-Bahnen im Halbstundentakt erfolgreiche Vorarbeit geleistet, um mehr Verkehr auf die Bahn zu bringen und die Strassen zu entlasten. Sie erwarten von Liechtenstein ebenfalls einen Investitionsbeitrag, um den Bahnflaschenhals im eigenen Land aufzuweiten. Das gilt umso mehr, als die ÖBB einen noch grös­seren Beitrag zugesagt hat.
Das Bahnprojekt «FL-A-CH» ist deshalb eine grosse Chance, welche unbedingt für eine attraktive Verkehrspolitik zu nutzen ist.

Wolfgang Schreier, Co-Präsident der Initiative «Bodensee-S-Bahn».

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung