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Leserbrief

Grenzgänger, Auto und öffentlicher Verkehr

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein | 27. Januar 2015

Verkehrspolitik

Im «Liewo»-Interview vom 25. Januar 2015 bemerkt Herr Beat Tinner, Gemeindepräsident von Wartau und Präsident der Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidenten, dass das Projekt Bahn-Y, gemeint ist da der Schienenverkehr in der «Euregio-Bodensee», ein wesentliches Infrastrukturprojekt ist. Beim Schienenverkehr «Euregio-Bodensee» geht es um den Raum Schaffhausen-St. Gallen-Feldkirch-Bregenz-Friedrichshafen-Memmingen bis Chur und Schienenverkehrstrassen Richtung Wien-München-Augsburg-Ulm bis Stuttgart. Über die Internetadresse www.bodensee-s-bahn.org sind unzählige Berichte, Studien und Dokumentationen abrufbar. Praktisch über jede einzelne Bahnverbindung, auch kurze Streckenabschnitte, wird ausführlich orientiert.
Bezüglich dem projektierten Doppelspurausbau durch Liechtenstein, der «FL–A–CH» bzw. liechtensteinischen S-Bahn, sucht man vergebens nach Informationen und Antworten, speziell darüber, ob das liechtensteinische Regierungsprojekt zum Schienenverkehr «Euregio-Bodensee» passt oder nicht. Das allgemeine Ignorieren zeigt, dass das Projekt «FL–A–CH» eine einzelne Aktion Liechtensteins – speziell des VCL und der Vorgängerregierung – ist, und nicht in die Schienenverkehrs-Infrastrukturprojekte von Graubünden, St. Gallen, Vorarlberg, Bayern und Württemberg entsprechend eingebettet wurde. Das Projekt «FL–A–CH» erhielte – falls dem Projekt zugestimmt würde – ein unbedeutendes Aussenseiterdasein zum Schienenverkehr «Euregio-Bodensee» und der Verbesserung der Schienenverkehrsanbindung Graubündens, St. Gallens und Vorarlbergs in Richtung der Metropolitanräume München, Augsburg gar Nürnberg. Folglich müsste man mehrheitlich alle Infrastrukturkosten und Betriebskosten für dieses Inselprojekt selbst berappen. Die Zeit wäre gekommen, die «FL–A–CH» zu beerdigen und einen Neuanfang, angepasst auf die Bahn-Y und der besseren Eisenbahnanbindung an die Metropolitanräume München, Ulm etc. anzupeilen.

Hans Frommelt,
Gapont 8, Triesen

Der Abgeordnete Herbert Elkuch legt auf die Tatsache keinen Wert, dass heute mehr als die Hälfte der im Land Beschäftigten Zupendler aus der näheren und weiteren Region sind. Darauf lassen wenigstens seine Kontra-Argumente zur S-Bahn «FL–A–CH» im «Volksblatt» vom 21. Januar schliessen. Zusammen mit den Einwohnerinnen haben die Grenzgänger den Wohlstand des Landes aufgebaut. Alle Beschäftigten arbeiten für unser aller Wohlergehen; es braucht alle, damit unsere Wirtschaft floriert.
Die S-Bahn «FL–A–CH» als Mittelverteiler erschliesst direkt die Industrie- und Gewerbegebiete von Schaanwald, Nendeln und Schaan. Via LIEmobil-Bus als Zubringer sind auch die Arbeitsplatzgebiete von Eschen und Gamprin sowie Vaduz und Triesen direkt angebunden an «FL–A–CH». Somit wird die Erreichbarkeit der Arbeitsplätze via öffentlichen Verkehr (ÖV) für sehr viele Zupendler derart verbessert, dass viele vom Auto auf die Bahn umsteigen werden. Das bringt den wirklich nötigen Strassenverkehr in den Hauptverkehrszeiten wieder zum Fliessen.
Und was ist der grosse Nutzen für Einwohnerinnen, die selbst die S-Bahn «FL–A–CH» nicht benutzen werden? Es ist die Entlastung der Strassen von vielen Arbeitspendlern, die bei verbessertem ÖV umsteigen und nicht mehr per Auto ins Land fahren werden. Und viel weniger Abgase und Lärm. Der weitere grosse Nutzen der klugen Investition von 45 Millionen Euro ist, dass wir nicht viel mehr Geld für Umfahrungsstrassen ausgeben müssen.

VCL Verkehrs-Club Liechtenstein

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