Leserbrief

Gleichstellung notwendig

Der Vorstand des Vereins Flay | 20. Januar 2015

Adoptionsrecht

Es ging vor einigen Tagen durch die Medien – der Österreichische Verfassungsgerichtshof (kurz: VfGh) hat das Adoptionsverbot für eingetragene homosexuelle Paare gekippt und begründete dies mit einem Verstoss gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK). Der VfGh führt unter anderem aus, dass es keine sachliche Rechtfertigung für diese Ungleichbehandlung (zwischen verheirateten und eingetragenen Paaren) gebe. Grundsätzliche Bedenken, dass es dem Kindeswohl abträglich sei, wenn es mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwächst, seien von vornherein ungeeignet, eine solche Ungleichbehandlung zu rechtfertigen. Auch könne man diese nicht mit dem Schutz der Ehe oder der traditionellen Familie rechtfertigen. Auch in der Schweiz und Deutschland bilden LGBTI-Themen immer häufiger das Diskussionsthema. Der Verwaltungsgerichtshof St. Gallen hat im vergangenen Jahr ein schwules Paar als Eltern eines Kindes aus Leihmutterschaft als Eltern anerkannt. Der Bundesgerichtshof in Deutschland tat es ihm gleich. Wir begrüssen diese positiven Entwicklungen in unseren Nachbarländern. Sie zeigen die Aktualität und einen grossen Handlungsbedarf in Sachen Gleichstellung von LGBTIs. Ein ehemaliger Richter des österreichischen VfGh sagte gegenüber dem ORF, dass die Politik sicherlich die Aufgabe habe, der Gesellschaft zu vermitteln, dass die Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Paaren heute eine gesellschaftliche Notwendigkeit ist. Wir können uns dieser Meinung nur anschliessen und hoffen, dass sich Liechtenstein und dessen politischen Organe endlich ihrer Verantwortung in diesem Bereich annehmen und entsprechende Schritte setzen.


Der Vorstand des Vereins Flay

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