Leserbrief

Merci SNB?

H. Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 20. Januar 2015

Staatliches Monopol

Echte Kritik muss die Schweizerische Nationalbank (kurz: SNB) im Zusammenhang mit ihren Mindestkursmanövern verhältnismässig wenig einstecken. Stellenweise gibt es sogar Lob. Erstaunlich angesichts der Tatsache, dass sie bestenfalls, wenn überhaupt, ein Problem gelöst hat, dass man ohne sie nicht gehabt hätte. Dass der Mythos SNB offensichtlich noch immer seine Wirkung tut, zeigt beispielsweise der Kommentar in der «Wirtschaft Regional»-Ausgabe vom vergangenen Samstag. Die Schlussfolgerung dort lautet: «Die SNB hat in den vergangenen drei Jahren für die Schweizer Wirtschaft genug getan. Nun ist es an der Zeit, ihr dafür zu danken.» Wie bitte? Sogar bedanken soll ich mich noch? «Um Himmels Willen, Jungs! Je suis SNB? Was habt ihr bloss geraucht?», wäre man da beinahe versucht zu fragen. Denn eines ist doch wohl an den massiven Verwerfungen an den Finanzmärkten auch abzulesen, und zwar in welch beängstigendem, dominantem Ausmass das staatliche Monopol über das zentrale Wirtschaftsgut Geld in Verbindung mit der planwirtschaftlichen Verwaltung von Geld und Zinsen durch die Zentralbanken für die herrschenden wirtschaftlichen Spannungen und weltweiten Fehlentwicklungen, insbesondere auch in der Vermögensverteilung, verantwortlich sind. Die Weltwirtschaft verkommt immer mehr zum Spielball von ein paar Zentralbank-Bürokraten, die schluss-endlich keine Verantwortung tragen. Monopole dienen den Monopolisten und schaden dem Rest der Gesellschaft. Planwirtschaftliche Systeme versagen. Mit Ausnahme von ein paar linken Ideologen wird dem im Grundsatz niemand ernsthaft widersprechen. Das Beweismaterial ist erdrückend! Aber wenn es um das Wirtschaftsgut Geld geht und die Monopolisten und Planwirtschaftler Staat und Zentralbank heissen, soll das alles plötzlich zum Wohl der Allgemeinheit wirken? (Ist es nicht immer wieder höchst interessant, was man den Menschen alles ins Gehirn trichtern kann, wenn man es nur geschickt genug anstellt?) Das herrschende – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes «herrschende» – Geldsystem muss unbedingt grundlegend hinterfragt werden. Geschieht das nicht, stehen früher oder später Ereignisse ins Haus, im Vergleich zu denen die Turbulenzen der jüngeren Vergangenheit ein Kindergeburtstag gewesen sind. Wir werden uns an den Satz des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich August v. Hayek erinnern: «Wenn wir also eine freie Gesellschaft erhalten wollen, müssen wir die Demokratie neu gestalten und der Regierung das Geldausgabe-Monopol nehmen.»


H. Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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