Leserbrief

«Handreichung an Pegida-Bewegung?»

Univ. Prof. Dr. Eva RiegerFürst Johannes Strasse 1, Vaduz | 19. Januar 2015

Muslime in Europa

Mir leuchtet die Kritik des Wissenschaftlers Oliver Wäckerlig am Buch von Manfred Schlapp unmittelbar ein. Wir leben in einer aufgeklärten Zeit und diese bedeutet, dass man auch die islamische Religion respektiert. Sie lässt sich ebenso vielseitig auslegen wie die christliche Religion. Schaut man sich das Alte Testament an, wird man Hinweise auf Mord, Tod und Gewalt finden im Namen der Religion, und so hilft der diffamierende Fingerzeig nicht. Entscheidend ist, dass Menschen muslimischen Glaubens sich von Gewalttaten im Namen der Religion deutlich distanzieren. Sicherlich ist vieles im Islam verbesserungswürdig, wenn Menschen mit alten Traditionen in den Westen gelangen und umdenken müssen, aber das kann man nicht mit Hass, sondern nur mit Gesprächsbereitschaft erreichen. Eine Freundin von mir, promovierte Physikerin und Lehrerin, ist kürzlich zum Islam übergetreten. Ihr gebührt Respekt wie jedem Buddhisten, Hinduisten, Juden oder Christen. Keiner der drei Attentäter in Paris hatte eine religiöse Vergangenheit, es waren Kleinkriminelle, so der Islamexperte Oliver Roy im neuesten «Spiegel». Der Aufbau von Misstrauen hilft niemandem und schadet der Zusammengehörigkeit, die wir in einer Gemeinschaft vieler Religionen nun einmal benötigen. Schliesslich würde ich gerne wissen, wo Manfred Schlapp zum Professor ernannt wurde, so hat Oliver Wäckerlig die These vertreten, dass es sich um ein Fantasiegebräu handelt. Sicherlich kann Prof. Schlapp diesen Anwurf zurückweisen.

Univ. Prof. Dr. Eva Rieger
Fürst Johannes Strasse 1, Vaduz

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