Leserbrief

Zu «FL–A–CH»

Einen weiteren Leserbrief finden Sie auf der Seite 6. | 13. Januar 2015

Verkehrspolitik

Die Entlastung der Strassen vom Autoverkehr der Einpendler ist nach Ansicht des VCL ein wesentlicher Nutzen für alle beim Ausbau der Bahn zur S-Bahn «FL–A–CH» als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in unserem Land. Dies bedingt einen Doppelspurausbau zwischen Tisis und Nendeln. Unserem Land und uns Einwohnern geht es gut, wenn die Wirtschaft floriert. Die Wirtschaft ist neben Arbeitskräften aus dem Inland auch angewiesen auf Arbeitskräfte aus der grösseren Region. Bei total 36 224 Beschäftigten waren es 19 140 Zupendler Ende 2013. Knapp 15 000 oder gut drei Viertel der Zupendler arbeiten in Gemeinden mit «FL–A–CH»-Haltestellen (Eschen-Nendeln, Mauren-Schaanwald, Schaan) oder mit direktem LIEmobil-Bahnzubringer (Gamprin-Bendern, Vaduz). Die Bahn wird auch in Vorarlberg und auf der Schweizer Talseite weiter ausgebaut. Nach konservativer Schätzung werden mit «FL–A–CH» zusätzlich zu heute zwischen zehn und 30 Prozent der relevanten Zupendler auf die Bahn umsteigen. Denn für längere Strecken ist die Bahn viel schneller und zuverlässiger als der Bus.
So wird die S-Bahn «FL–A–CH» in Verbindung mit einem angepassten Bussystem in den Hauptverkehrszeiten zu einer deutlichen Entlastung der kritischen Strassenabschnitte und auch der Rheinbrücken führen. Mit «FL–A–CH» können der wirklich nötige Autoverkehr und der gewerbliche Verkehr wieder freier fliessen. Dieser Entlastungseffekt wird besonders stark sein, wenn die Busbevorzugung auf staugefährdeten Strassenabschnitten konsequent umgesetzt wird. Und wenn weitere grosse Arbeitgeber Betriebliches Mobilitätsmanagement mit Parkplatzbewirtschaftung und Mobilitätsbeitrag einführen.

Vorstand des VCL

Paul Stopper, Verkehrsexperte aus Uster, unterstellt mir in seinem Leserbrief, dass ich keinen Bahnausbau will (gemäss einer Forumssendung im TV: www.local-tv.net/news/forum-mit-hans-frommelt-und-paul-stopper?1fl). Diese Unterstellung lässt sich aus der genannten Sendung nicht ableiten.
Stopper schreibt, dass es mir nicht darum geht, konstruktive Verbesserungsvorschläge einzubringen und dass ich den Bericht der Firma Ernst Basler und Partner (www.ebp.ch) über die «Verbesserung der Anbindung Graubündens an die Metropolitanräume auf der Schiene» in das Gegenteil interpretiere. Alle diese Aussagen von Stopper sind gemäss meinen Ansichten nicht zutreffend. Zudem möchte ich bemerken, dass in meinem seinerzeitigen Leserbrief, auf den Stopper reagierte, sich ein Tippfehler eingeschlichen hatte. Ich schrieb, dass die Nordeinfahrt beim Bahnhof Feldkirch und die Südeinfahrt beim Bahnhof Buchs ein Relikt aus dem Jahre 1972 sei. Das Relikt ist 100 Jahre älter, gemeint war 1872. Stopper gibt zu verstehen, dass er der «Geistige Vater» des Regierungsprojektes «FL–A–CH» bzw. dem Teil-Doppelspurausbauprojekt sei. Somit ist er der Urheber für den Betonierungsversuch einer total veralteten internationalen Bahnlinienführung mit viel Güterverkehr zwischen Feldkirch und Buchs – dies mitten durch Schaan mit sechs Barrieren – für die nächsten Jahrzehnte.
Zurück zum Bericht. Auf Seite 33 des Abschlussberichtes steht eindeutig: «Es wird empfohlen, in einem ersten Schritt zur Verbesserung der Anbindung Graubu¨ndens an das Sta¨dtenetz im Rheintal die Schaffung eines durchgehenden Zuglaufs von Chur bis nach Bregenz ernsthaft zu pru¨fen. Falls eine entsprechende durchga¨ngige Fahrplantrasse gefunden werden kann, la¨sst sich ohne weitere Infrastrukturmassnahme eine Fahrzeitreduktion von bis zu 12 Minuten erreichen.»
Unter der vorgeschlagenen Streckenführung beim Bahnhof Buchs und Feldkirch, Seite 30, und dem hinweisenden Text versteht man eindeutig, dass die Bahntrasseführung bei den Bahnhöfen Buchs und Feldkirch neu strukturiert werden sollten. Kein Wort steht im Bericht, dass die «FL–A–CH» eine zwingende Voraussetzung für die Bündner Vorstellungen einer teilweise neuen Bahntrasseführung zwischen Landquart und Feldkirch sei.
Nun wäre der Zeitpunkt gekommen, dass ernsthaft im Sinne des Berichtes darüber diskutiert wird. Auf Unverständnis meinerseits stösst, dass man jemanden, welcher auf andere Studien, Berichte, Anliegen oder Ideen aufmerksam macht, als verwirrt, destruktiv und Killer eines bestimmten Projektes bezeichnet. Ich habe meine Leserbriefe in dem Sinne geschrieben, wie im «Abschlussbericht Verbesserung der Anbindung Graubündens an die Metropolitanräume auf der Schiene» erwähnt ist. Geschrieben steht: «dass zur Koordination des weiteren Ausbaus die Ideen des Kantons Graubu¨nden in einem gemeinsamen, regionalen Gespra¨chsrahmen unter Einbezug von St. Gallen, Liechtenstein und Vorarlberg diskutiert werden sollten». Die weiteren, von Stopper geschriebenen falschen Unterstellungen gemäss der Faktenlage werden in den kommenden Tagen bis zur Abstimmung sicherlich geklärt werden.

Hans Frommelt, Gapont 8, Triesen

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