Leserbrief

Will Hans Frommelt überhaupt einen Bahnausbau?

Paul Stopper, Dipl. Bauing. ETH/Verkehrsplaner, Falmenstrasse 25, Uster | 10. Januar 2015

Verkehrspolitik

Zum Leserbrief «S-Bahn FL–A–CH würde auf viel Unverständnis stos­sen» von Hans Frommelt, erschienen im «Volksblatt» vom 8. Januar 2015:
Hans Frommelt schreibt in seinem Leserbrief, die S-Bahn «FL–A–CH» liege gemäss der im Bericht des Kantons Graubünden vorgelegten Streckenführung «komplett falsch». Dies trifft nicht zu. Die Bestrebungen der Bündner Regierung, die Bahnverbindungen von Chur in den süddeutschen Raum via Feldkirch und Bregenz – also auf der rechten Rheinseite – zu verbessern, setzen die «FL–A–CH»-Bahnausbauten sogar voraus. Das wichtigste Objekt ist nach Ansicht des Kantons Graubünden die geplante Doppelspur zwischen Nendeln und Tisis. Auch die Ausbauten und Modernisierungen der Bahnhöfe entsprechen ganz der Bündner Bahnplanung.

Es ist zwar das gute Recht von Hans Frommelt, Studien anderer Behörden in die Diskussion zu bringen. Er darf aber deren Ergebnisse nicht ins Gegenteil kehren. Dass beim Bündner Vorschlag auch eine Südeinfahrt in Feldkirch und in Buchs eine Ausmerzung der Spitzkehre enthalten ist, spricht nicht gegen die «FL–A–CH»-Bahn, sondern ausdrücklich für diese Bahn. Die Südeinfahrt von Feldkirch ist sogar nur im Zusammenhang mit der vorgesehenen Doppelspur Nendeln–Tisis sinnvoll, welche im Raum Tosters beginnt und in einem Tunnel zum heutigen Bahnhof Feldkirch führt. Die bestehende Bahnlinie um den Ardetzenberg soll weiterhin betrieben werden, jedoch nicht für die neuen Schnellzüge, sondern für die S-Bahn «FL–A–CH».

Im Übrigen kann nicht genügend betont werden, dass ein attraktiver Halbstundentakt zwischen Feldkirch und Buchs nur mit dem Doppelspur-Ausbau Nendeln–Tisis möglich wird. Die S-Bahn hält in Schaan­wald (neue Haltestelle im Bereich der Brücke nach Mauren), Nendeln (neue Haltestelle im Bereich der heutigen Kreuzung von Bahn und Strasse), Forst-Hilti und Bahnhof Schaan. Mit optimalen Bahn-Bahn- und Bahn-Bus-Verbindungen in Feldkirch und Buchs stellt die S-Bahn «FL–A–CH» eine echte Alternative zum Auto dar.
Durchgehende Schnellzüge Chur–Bregenz–Lindau–München via Feldkirch sind ohnehin nur mit möglichst durchgehenden Doppelspurausbauten möglich. Die Doppelspur Nendeln–Tisis stellt somit einen ersten, entscheidenden Schritt in der Verwirklichung der Bahnplanung von Graubünden dar.

Wenn ich mich richtig erinnere, stellt sich Herr Frommelt seit Jahren generell gegen den Ausbau des schienengebundenen öffentlichen Verkehrs in Liechtenstein. Das hat er in einem seinerzeitigen Radiointerview mit mir überdeutlich anmerken lassen. Ihm geht es nicht darum, konstruktive Verbesserungsvorschläge einzubringen. Er will mit seinen teils sehr verwirrlichen Ausführungen ganz einfach, dass auf dem Bahnsektor überhaupt nichts passiert. Das ist sehr destruktiv.

Paul Stopper, Dipl. Bauing. ETH/Verkehrsplaner, Falmenstrasse 25, Uster

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