Leserbrief

Biodiversität braucht mutige Politik und stringente Umsetzung

Internationale Alpenschutz- kommission (kurz: Cipra) | 9. Januar 2015

Projekt «greenAlps»

Der Reichtum und die Leistung der Biodiversität in den Alpen sind immens. Aus Studien geht hervor, was zu tun wäre, um diese zu sichern und zu fördern. Allerdings sind diese Erkenntnisse noch nicht überall in Politik und Praxis angekommen. Hier setzt das Projekt greenAlps an, das getragen wird von acht Partnern aus allen Alpenländern.
Um die Biodiversität zu erhalten, müssten politische Entscheidungsträger ein integriertes, sektor-übergreifendes Leitbild für die alpine Landschaft entwickeln und umsetzen. Diese Erkenntnis leiten die Partner aus ihren Untersuchungen ab, im Rahmen derer sie die EU-Strategien im Bereich Biodiversität und die Ergebnisse anderer EU-Projekte durchleuchtet und darüber hinaus untersucht haben, welche Bedeutung diese für die laufenden und zukünftigen Naturschutzstrategien im Alpenraum haben. Diese Analyse wurde ergänzt durch Erfahrungen, die unter den lokalen Stakeholdern in den Pilotgebieten Nationalpark Berchtesgaden/D, Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse, Triglav Nationalpark und Naturpark Julische Voralpen zusammengetragen wurden. «GreenAlps» zeigt damit Chancen und Hindernisse für eine effektive Strategie zur Erhaltung der Biodiversität und der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen im Alpenraum auf. Die Projektergebnisse wurden jetzt auf www.greenalps-project.eu veröffentlicht.
«Die aktive Umsetzung des Schutzes der Biodiversität ist eine zentrale Herausforderung an uns alle», betont Silvia Reppe vom deutschen Umweltministerium, das derzeit den Vorsitz der Alpenkonvention innehat. Das Umweltministerium engagiert sich daher besonders im Rahmen der Alpenkonvention zu diesem Thema und trägt die Erkenntnisse des «greenAlps»-Projekts an alle Alpenstaaten von Frankreich bis Slowenien heran.
Die Projektpartner von greenAlps haben auch Vorschläge erarbeitet, wie die europäischen Förderprogramme besser auf die Bedürfnisse der AkteurInnen in den Regionen eingehen können. «Auf lokaler und regionaler Ebene funktioniert die Zusammenarbeit am besten. Hierfür müssen mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden», empfiehlt Michael Vogel, Direktor des Nationalparks Berchtesgaden in Deutschland und Präsident des Netzwerks Alpiner Schutzgebiete ALPARC, das als Leadpartner des Projekts fungiert.
Die Projektergebnisse wurden anlässlich der Schlusstagung in Chambéry vom 13. bis 15. Oktober 2014 in Frankreich mit rund 100 interessierten Personen diskutiert. Sie stehen jetzt in einer Serie von Publikationen zur Verfügung, die sich an unterschiedliche Zielgruppen wie politische Entscheidungsträger, Mitwirkende in anderen Projekten oder Programmbehörden richten.

Internationale Alpenschutz- kommission (kurz: Cipra)

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