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Leserbrief

Alpen brauchen Schaf und Wolf! Wirklich?

Hans Frommelt,Gapont 4, Triesen | 13. Dezember 2014

Lebensraum Alpen

Kürzlich war im «Vaterland» ein Forumsbeitrag der Cipra mit dem Titel: «Nachhaltige Alpen brauchen Schaf und Wolf» zu lesen. Diese Feststellung ist irgendwie schon verwegen.
Auf einer Alp werden im Sommer, im Sinne einer Alpwirtschaft Kühe, Rinder, Ziegen, Schafe und auch Schweine gesömmert. Alle Alpen Liechtensteins, eigentlich alle Alpen der europäischen Alpenländer, sind von Menschen gestaltet, folglich sind die Alpen eine Kulturlandschaft. Eine Begründung, was der Wolf auf einer Alp zu suchen hat, gar eine Existenzberechtigung haben soll, bleibt der Cipra-Forumsbeitrag schuldig.
Es wird da nur von der Herausforderung geschwafelt, dass sich scheinbar die Alpenländer für eine Koexistenz von Wolf mit Schafen, Ziegen, Kühen, Schweinen auf einer Alpe ausgesprochen haben sollen. Da werden die Konventionen schon recht komisch interpretiert. Weil dem Wolf eine Daseinsberechtigung von der Bevölkerung doch weitgehend abgesprochen wird, schiebt man eine mögliche Schuld an einer vermeintlichen Wolffeindlichkeit zudem den Politikern zu, mit den Worten: «Die Politiker stellen ihre Fahnen (ja nur) in den Wind.»
Am Schluss des Cipra-Beitrages wird noch vermerkt, dass die biologische Vielfallt unsere Lebensgrundlage sein soll. Zudem tragen wir die Verantwortung für alle Spezies und deren Lebensräume, meint die Cipra. Da bleibt ebenfalls die Frage zurück, ob eine Alp ein Lebensraum für den Wolf ist.
Im Grunde genommen ist es gerade umgekehrt. Ein Wolf ist sicherlich nicht adaptiert für ein Leben zwischen Autobahnen und Strassen, zwischen Wanderer und Biker, zwischen Ferienhäusern und Erholungsräumen, zwischen Schafen und Kühen auf einer Alp. Ein Wolf ist in seinem Verhalten adaptiert für die grossflächigen, weitgehend menschenleeren Naturräume im Osten und Norden von Europa, aber nicht für unsere engen Kulturräume.
Sehr fraglich ist zudem, ob der Wolf jemals zu einem «Kulturraumwolf» mutieren wird, indem er nur Schafe reisst, um den Hunger zu stillen, anstelle von heute Beobachtbarem, wo der Wolf gleichzeitig mehrere Schafe quasi als «Freizeitbeschäftigung» reisst beziehungsweise tötet.
Das Tierschutzgesetz lässt auch eine umgekehrte Betrachtung zu, mit der Folge, dass der Wolf im Sinne seiner Eigenarten wieder in seine Stammlandschaften ausquartiert werden sollte. Etwas Gutes hat der Cipra-Forumsbeitrag allerdings. Er eröffnet die Diskussion über den Sinn und Unsinn von Wolfpopulationen in unserem Kulturraum, von der Alp über weitere Erholungsräume bis hin zu unserem direkten Lebensraum vor den Haustüren.

Hans Frommelt,
Gapont 4, Triesen

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