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Leserbrief

Kille kille

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 12. Dezember 2014

Standortstrategie

Kille kille Weihnachtsstille. Der Gabentisch ist öd und leer, die Kinder sitzen blöd umher, da lässt der ­Vater einen krachen, die Kinder fangen an zu lachen, so kann man auch mit kleinen Sachen den ­Kindern grosse Freude machen.
Dieses kleine Weihnachtsgedichtlein kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man sich den von der Regierung verabschiedeten und von Thomas Zwiefelhofer präsentierten Bericht zur Standortstrategie zu Gemüte führt. Zu Gemüte führen ist zwingend, denn man muss schon ein gutes Gemüt besitzen, ihn unbeschadet zu überstehen. Ein Foto zeigt einen Stapel Papier, der 29 Zentimeter hoch. Das wären die Erkenntnisse der staatlichen und privaten Studien zur Standortstrategie aus den vergangenen fünf Jahren. Aber man hätte diese enorme Menge jetzt auf 35 Seiten zusammengekratzt und wäre zum Schluss gekommen, dass: Man das Zuwanderungsproblem lösen müsse und mehr Arbeitsplätze schaffen wolle. Aber nur solche, die wenig oder besser kein Personal benötigen. Und man hätte eine Broschüre gedruckt und man hätte sogar schon eine Power-Point Präsentationen gemacht, um das Land nach vorn zu zwingen, meint Ernst Risch, Leiter Liechtenstein Marketing. Zudem hätte man weitere Aspekte der modernen Online-Welt mit Informationen über Liechtenstein ausgestattet. Und Christian Hausmann vom Amt für Volkswirtschaft flötet sogar, die Schwächen Liechtensteins wären die hohen Lohnkosten und das Fehlen von Fachkräften, aber die könne man mit den kurzen Wegen zu den Ämtern wesentlich entschärfen. Die Regierung könne aber nur die Rahmenbedingungen schaffen. Umsetzen müssten das dann halt die Amtsleiter. Killekille?
Und der grösste Kracher, den das Trio Infernale zu unserer schlechten internationalen Anbindung, die als grosse Schwäche ausgemacht wurde, zu präsentieren wusste, war: Immer noch wären wir heute deutlich mehr wie eine ganze Fahrstunde vom Flughafen Kloten entfernt. Hier biete die geplante S-Bahn den richtigen Lösungsansatz, um diesen Zustand wesentlich zu verbessern. Kloten, der Flughafen und der Fluglärm, rücken durch die S-Bahn näher an uns heran sozusagen.
Nach der Lektüre dieser Standortstrategie bleiben zwei mögliche Lösungsansätze: Entweder man setzt sich in eine Ecke und weint bitterlich, oder man reimt das Weihnachtsgedicht um in:
Kille kille Standortstille. Der Ideentisch ist öd und leer, die Amtsleiter sitzen blöd umher, da lässt die Regierung einen krachen, die Menschen fangen an zu lachen, so kann man auch mit kleinen Sachen dem Bürger grosse Freude machen.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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