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Leserbrief

Advent – Jesus näherkommen

Franz Näscher, Pfr. i. R.Kirchagässle 14, Bendern | 1. Dezember 2014

Mit dem ersten Adventssonntag haben wir wieder ein neues Kirchenjahr begonnen und durchlaufen erneut die verschiedenen Zeiten und Feste, die uns an die wichtigsten Geschehnisse im Leben Jesu erinnern – von seiner Geburt über das öffentliche Lehren und Wirken bis zu seinem Sterben und seiner Auferstehung. Es ist ein stets wiederkehrender Kreis und doch wollen wir dabei nicht einfach im Kreis laufen. Täten wir es, hätten wir den Sinn des Kirchenjahres nicht begriffen und wären wir nach jedem Jahr immer noch am selben Punkt. Man kann den Sinn des Kirchenjahres an zwei Bildern anschaulich machen. Das Kirchenjahr ist wie der Jahresring beim Baum. Jahr für Jahr legt er einen neuen Ring an. Sie werden weiter und grösser. Und der Kenner kann an ihnen noch nach Jahrhunderten ablesen, wie die Jahre waren – trocken oder nass und ob der Baum Sturm und Wetter ausgesetzt war oder geschützt unter anderen Bäumen stand. So ist es mit den Kirchenjahren. Unsere Erkenntnis Jesu Christi soll sich weiten und unsere Beziehung zu ihm sich vertiefen. Wir wollen uns nicht im Kreis bewegen, sondern unseren Blick weiten, damit wir selbst fähig sind, die grossen Taten Gottes weiterzusagen.
Ich möchte das Bild von den Jahresringen der Bäume mit einem zweiten Bild verbinden – mit dem Bild einer Wendeltreppe. Wer sie hochsteigt, bewegt sich auch in einem Rundum, gelangt mit jeder Rundung gewissermassen an den gleichen Punkt zurück, aber nicht auf derselben Ebene, sondern einen Stock höher! Wenn sich unsere Erkenntnis von Jesus Christus weitet, kommen wir ihm näher.
Die Blickrichtung ist der auferstandene Christus. Auf ihn ist das ganze Kirchenjahr ausgerichtet. Darum ist Ostern jeweils der Höhepunkt, «das Fest aller Feste».
Mit den beiden Bildern ist etwas gesagt, das ich mit Freundschaft bezeichnen möchte. Die freundschaftliche Verbundenheit mit Jesus soll Jahr für Jahr zunehmen. Beim erstarkenden radikalen Islamismus auch in europäischen Ländern, verschärft durch den Dschihadismus des Islamischen Staates im Nahen Osten, wird es entscheidend sein, wie wir zu Jesus stehen; was wir von ihm halten; ob wir wirklich nach ihm unser Leben ausrichten und so wieder viel mehr zum Freundeskreis um ihn werden. Danken wir beim Übergang in ein neues Kirchenjahr für alles, was uns Jesus nähergebracht hat, und bitten wir darum, dass dadurch gleichzeitig unsere christliche Gemeinschaft mehr und mehr zum Freundeskreis um ihn wird.

Franz Näscher, Pfr. i. R.
Kirchagässle 14, Bendern

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