Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Thinktank, Spieltheorie und KVG, Teil VI

Víctor Arévalo, Univ.-Prof. Dr. iur., Auring 56, Vaduz | 22. November 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
Wenn das Volk rein taktisch das Gehalt der Regierungsräte auf 5000 Franken kürzt oder schnurstracks den Landtag auflöst, was sehr wohl als Provisorium möglich wäre, wird zwar damit gewonnen, dass der nächste Landtag ein Mindestmass an Vertrauen geniessen würde, um eine neue Regierung zu ernennen, die dringenden Gesetze zu verabschieden und ein gewisses Gleichgewicht wiederherzustellen hätte, aber die Lobbys werden das Feld nicht räumen, ihr Netz weiter ausbauen und solange durch ihre Winkeladvokaten Konflikte anzetteln, bis das Volksvertrauen erneut zusammenbricht und der Erpressungsmechanismus ihre Macht zurückerhält.
Ist das Volk in der Direktdemokratie klug genug, strategisch zu handeln, um den Teufelskreis zu brechen und den Rechtsstaat wiederherzustellen? Jawohl! Das Volk, voll bewusst des Vorteils, in diesem Fall über eine besonders dominierende Strategie zu verfügen, bereitet sich auf den absolut besten Augenblick, seine allumfassenden Volksrechte flächendeckend auszuüben, vor.
Dies alles und mehr lehren uns die Spieltheorie, die Rechtstatsachenforschung und die Biosoziologie. «Damit ist garantiert, dass (...) auch heisse Eisen angefasst werden können.» Erst 2001, nach dem Paradigmawechsel der Wissenschaften, liess sich die Volksintelligenz genug erforschen, um ihren Sinn in der direktdemokratischen Praxis zu erhellen. Ein hervorragender Forschungsbereich für einen «Thinktank» also!
Mit freundlichen Grüssen

Víctor Arévalo, Univ.-Prof. Dr. iur., Auring 56, Vaduz

Glaube

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung