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Leserbrief

«Das gegenseitige Vertrauen ist nachhaltig gestört»

Michael Lins, Standesvertreter Physiotherapeuten-Verband Fürstentum Liechtenstein (PVFL) | 20. November 2014

Ergänzung eines einheimischen Physiotherapeuten zum Frontartikel vom Mittwoch, den 19. November, im «Vaterland» mit dem oben geschriebenen Titel.
Der amtierende Gesellschaftsminister hat durch sein persönliches Verhalten massgeblich dazu beigetragen, die bestehende Gesprächs- und Vertrauenskultur gegenüber den ambulanten Leistungserbingern zu zerstören, die von seinen Vorgängern Martin Mayer und Renate Müssner sinnvollerweise aufgebaut und gepflegt wurde. Damals wurden wir wenigstens noch als Gesprächs-, Verhandlungs- und Systempartner angehört. Die angelangte Stimmung in den heimischen Fachkommissionen des Gesundheitswesens spricht dazu auch für sich. Reden Sie als Leser mal mit Kommissionsmitgliedern darüber …
Da nun anhand eines von der Regierung in Auftrag gegebenen Gutachtens belegt wurde, dass der einheimische Arzttarif im Vergleich zum Tarmed nicht teurer sei, hat die Regierung am 11. November 2014 entschieden, dass der Physiotherapeuten- und Kassenverband bis zum 30. November 2014 einen neuen Tarifvertrag mit angepassten Taxpunktwerten vorzulegen hat, ohne Rücksichtnahme auf die Landesgegebenheiten.
Für den Physiotherapeuten-Verband Fürstentum Liechtenstein (kurz: PVFL) ist es wie blanker Hohn und überdies völlig unmöglich, dass gemäss einem Regierungsentscheid innerhalb von 19 Tagen (postalisch bereitgestellt: in 17 Tagen!) sachgerechte und betriebswirtschaftlich angemessene Taxpunktwertverhandlungen abgeschlossen werden sollen. Die Regierung greift mit dem Inhalt dieses Entscheids unverhohlen den neuen gesetzlichen Bestimmungen im Rahmen ihrer subsidiären Kompetenz vor.
Gegenüber dem Landtag wurde bei der kleinen KVG-Revision (Tarife und Preise) dieses Jahres durch das Ministerium mit Zahlen unserer Berufsgruppe argumentiert, die nachweislich alle falsch sind! Wir können diese Falschdarstellung nach Notwendigkeit auch öffentlich darstellen. Bei einem Anteil von 4,02 Prozent an den Gesamtkosten wurden wir durch das Ministerium in den Berichten und Anträgen an den Landtag (BuA 17/2014, Seite 5) einleitend mit als massgeblicher Kos-tentreiber im Gesundheitswesen identifiziert.
Auf diese Art und mittels diesem befehlartigen Unterton werden wir uns als seriöse Berufsgruppe in Zukunft nicht mehr durch das Ministerium behandeln lassen. Schade dabei ist vor allem, dass unsere Milizparlamentarier aufgrund offen-sichtlicher Arbeitslast nicht mehr in der Lage sind, manipulative Argumentationen gegen die ambulanten Leistungserbringer eines Ministeriums zu hinterfragen.
Ich überlasse den Lesern die Bewertung eines Regierungsentscheids, der innert 19 Tagen verlangt, der Regierung einen ihr gefälligen Tarifvertrag zur Genehmigung vorzulegen. Auf Wunsch kann ich Ihnen diesen zur Einsichtnahme vorlegen.
Finden Sie auch, dass unsere Berufsgruppe für ihr Leistungsspektrum unangemessene Entschädigungen kassiert?

Michael Lins, Standesvertreter Physiotherapeuten-Verband Fürstentum Liechtenstein (PVFL)

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