Leserbrief

Freie Walser immerfort?

Wilfried Nägele,Landstrasse 52, Triesenberg | 3. November 2014

Die Besiedelung erfolgte Ende des 13. Jahrhunderts durch die eingewanderten Walliser. Der Walliser-Abstammung sind wir Triesenberger bis heute bewusst geblieben. Wir fühlen uns als «Walser» mit eigener Lebensweise und Sprache.
Bei der Einwanderung wurden zuerst die höheren Lagen besiedelt. Gaflei, Silum Masescha, Gnalp und Guflina wurden urbanisiert. Hinter dem Kulm das Alpengebiet, Steg und Malbun. Ist uns Walsern heute überhaupt noch klar, was für eine Leistung unsere Vorfahren vollbracht haben?
Triesenberg ist mit 29 770 m2 der Fläche nach die grösste Gemeinde des Landes. Obwohl wir ein eigenes Gemeinwesen bildeten, blieben wir beinahe 500 Jahre von den Pfarreien Triesen und Schaan abhängig. Im frühen 14. Jahrhundert erbauten die Walser auf Masescha zu Ehren ihres Schutzpatrons – St. Theodul –eine Kapelle. Erst gegen Ende 1768 wurde Triesenberg selbstständige Pfarrei. Ob es noch zeitgemäss ist, dass diese Kapelle keinen Wasseranschluss hat, ist fraglich.
Politisch wird die Gemeinde im Gemeinderat von 10 Mitgliedern im Nebenamt und dem Vorsteher im Vollamt verwaltet. Der anfallende Aufgabenbereich im liechtensteinischen Ferien- und Erholungsgebiet ist sehr anspruchsvoll. Wenn die Entwicklung im Wohn- und Ferienhausgebiet so weitergeht, ist es nur noch eine Frage der Zeit und der Ausspruch: «Freie Walser immerfort» ist Vergangenheit. Wir müssen immer dafür sorgen, dass wir eine gute finanzielle Grundlage und ein fachlich gutes Gemeindeparlament mit einer entsprechenden Verwaltung haben.

Wilfried Nägele,
Landstrasse 52, Triesenberg

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