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Leserbrief

Armes reiches Liechtenstein

Maria Hämmerle, Höfle 10, Balzers | 24. Oktober 2014

Liechtenstein – ein Vorbild als Sozialstaat für Europa und auch den Rest der Welt! Auszug einer Vorinformation des HPZ an Mitarbeiter, Betreuer, Mitglieder und Fachpersonen: «Bis anhin wurden in Liechtenstein wohnhafte Personen mit einer Rente der Liechtensteinischen Invalidenversicherung nach Möglichkeit in den Werkstätten des HPZ aufgenommen. Die entsprechenden Kosten wurden grossteils durch die IV finanziert. Auf Grund eines bevorstehenden Systemwechsels werden diese Kosten ab Januar 2015 vollumfänglich vom Land finanziert. Wegen des durch die Regierung gekürzten Budgets für das Jahr 2015 sind wir gezwungen, verschiedene weitere Sparmassnahmen umzusetzen. Als erste Massnahme können ab sofort keine Personen aus Liechtenstein in den Bereichen Werkstätten und im Wohnen mehr aufgenommen werden. Weiter sind wir leider gezwungen, verschiedene Dienstleistungen einzustellen. Der Transport für den Arbeitsweg, von zu Hause zur Arbeit und zurück, konnte viele Jahre über das HPZ-Budget finanziert werden, was im kommenden Jahr nicht mehr möglich sein wird. Das heisst, jede Person, die einen Personaltransport benötigt, wird in Zukunft selbst für diese Dienstleistung aufkommen müssen. Überdies werden die Erwachsenenbildung und der Sport im Bereich Werkstätten eingestellt werden müssen. Auch die Hygiene- und Pflegemassnahmen für die betreuten Mitarbeitenden können nicht mehr erbracht werden. Um die gesamte Budgetdifferenz einzusparen, werden ausserdem die Löhne der betreuenden Mitarbeitenden ab Januar 2015 in der Grössenordnung von zehn Prozent gekürzt werden müssen.» Bei einem «Spitzenlohn» von circa 300 bis 400 Franken pro Monat ist dies eine Einbus­se von 30 bis 40 Franken pro Monat. Mein Vorschlag wäre, eine zehnprozentige Lohnkürzung bei allen Staatsangestellten, Bankbeamten, Landtagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern vorzunehmen. Ich bin mir sicher, die Budgetkürzung von 412 000 Franken würde um ein Vielfaches mehr als ausgeglichen. Leider wird immer bei den Schwächsten der Hebel angesetzt, denn es ist leichter nach oben zu lecken und nach unten zu treten.

Maria Hämmerle, Höfle 10, Balzers

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