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Leserbrief

Ehre, wem Ehre gebührt?

Romed HaslerIm Glockenacker 37, Zürich | 21. Oktober 2014

Vor ca. zehn Tagen reiste die Liechtensteiner Fussballnationalmannschaft ein zweites Mal in deren Geschichte nach Schweden. Das Resultat war aus unserer Sicht zwar negativ, aber in Anbetracht der unglücklichen Tore träumte der eine oder andere FL-Fan in der Stockholmer Nacht nachträglich sicher von einem Punktgewinn. Das absolut Positive an dieser Partie war auf der anderen Seite, dass ca. 115 Personen aus der Heimat in die Ferne gereist sind, um unsere Nationalmannschaft zu unterstützen. Man muss sich das mal vorstellen, denn das sind fast eine Viertelmillion Kilometer, die da gesamthaft abgespult wurden. Da ich selber oft mit unserer Mannschaft mitreise, möchte ich an dieser Stelle den Fans einen grossen Dank für ihr Kommen aussprechen. Ich bin sicher, die Spieler der Nati haben das reichlich geschätzt, denn meistens spielen sie auswärts praktisch ohne eigene Fans!
Bei unserer letzten Begegnung gegen Schweden im Jahre 2006 waren demnach zwar viel weniger Fans dabei, aber dafür war ein Spieler anwesend, der mittlerweile seinen Rücktritt bekannt gab und eine gros­se Lücke im Team hinterliess. Es handelt sich um Martin Stocklasa, der sich für unser Land 113 Mal die Landesfarben übergestreift hat und in seiner Nati-Karriere also an etwa ähnlich vielen Spielen teilnahm, wie FL-Fans am Schweden-Spiel vor Ort waren. Martin hat in seiner 17-jährigen Profikarriere zudem nicht nur fünf Tore für Liechtenstein geschossen (davon den einzigen FL-Hattrick), sondern wurde auch fünf Mal zum FL-Fussballer des Jahres gewählt. Ausserdem war er teilweise als Captain tätig und holte diverse Titel im Vereinsfussball – wie z. B. acht Cupsiege in drei Ländern. Für mich persönlich ist es also nicht erklärbar, dass ein so verdienter Fussballer wie Martin Stocklasa noch kein Abschlussspiel geben durfte und sich so nicht gebührend von den Fans verabschieden konnte. Dabei geht es mir nicht um etwaige Schuldzuweisungen oder Ähnliches, sondern darum, dass wir diejenigen Personen ehren sollten, die alles für unser Land gegeben haben. In diesem Sinne herzlichen Dank, Martin, für deine hervorragenden Leistungen, alles Gute für dich und deine Familie und vielleicht sieht man sich ja an deinem Abschiedsspiel!


Romed Hasler
Im Glockenacker 37, Zürich

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