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Leserbrief

«Christentum und Islam ...

Franz Näscher, Pfr. i. R., Kirchagässle 14, Bendern | 18. Oktober 2014

... sind die grösste und zweitgrösste Religion auf der Welt und in der Geschichte. Berichten zufolge machen Christen und Muslime einen Drittel respektive einen Fünftel der Erdbevölkerung aus; gemeinsam mehr als 55 Prozent, was das Verhältnis zwischen diesen beiden religiösen Gemeinschaften zum bedeutendsten Faktor in sinnvollen weltweiten friedensstiftenden Bemühungen macht. Wenn Muslime und Christen keinen Frieden untereinander halten, kann die Welt keinen Frieden finden.»
So schrieben 138 muslimische Autoritäten aus der ganzen Welt im Oktober 2007 an fast alle Autoritäten christlicher Kirchen in einer Einladung zu einem Dialog aufgrund des gemeinsamen Doppelgebotes der Gottes- und Nächstenliebe. Papst Benedikt XVI. hat auf diese Einladung geantwortet; im darauf folgenden Jahr tagte in Rom eine Studiengruppe, um das Gemeinsame zwischen Christen und Muslimen im Blick auf das Doppelgebot zu besprechen.
Papst Franziskus sagte bei der Begegnung mit den beim Vatikan akkredidierten Diplomaten am 22. März 2013, neun Tage nach seiner Wahl, die von Würdenträgern des Islam in Argentinien öffentlich begrüsst worden war: «Man kann keine wahre Verbindung zu Gott haben, wenn man die anderen ignoriert. Darum ist es wichtig, den Dialog zwischen den verschiedenen Religionen zu verstärken – ich denke besonders an den mit dem Islam. (...) Und es ist auch wichtig, die Gegenüberstellung mit den Nichtgläubigen zu intensivieren, damit niemals die Unterschiede, die trennen und verletzen, überhand nehmen, sondern bei aller Verschiedenheit doch der Wunsch überwiegt, wahre Bindungen der Freundschaft zwischen allen Völkern aufzubauen.»
Zum Ramadan 2013 sandte Papst Franziskus den Muslimen eine Grussbotschaft, in der er zu einer Erziehung der Jugend beider Religionen zu gegenseitigem Respekt aufrief. Unfaire Kritik und Verleumdung, Lächerlichmachen und Herabsetzen seien überall zu vermeiden. Dann könne dauerhafte Freundschaft wachsen.
In seinem ersten apostolischen Schreiben «Evangelii Gaudium» vom 24. November 2013 betont Papst Franziskus, der wahre Islam und eine angemessene Interpretation des Koran stünden jeder Gewalt entgegen. Am vergangenen 21. September besuchte Papst Franziskus auf seiner ersten europäischen Auslandsreise das mehrheitlich muslimische Albanien mit seinen christlichen Minderheiten; nur 15 Prozent sind katholisch. Beim Treffen mit dem Präsidenten, der Regierung und den Diplomaten sagte er: «Niemand nehme die Religion zum Vorwand für seine Taten, die der Würde des Menschen und seinen Grundrechten entgegenstehen, an erster Stelle dem Recht auf Leben und auf Religionsfreiheit aller!»

Franz Näscher, Pfr. i. R., Kirchagässle 14, Bendern

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