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Leserbrief

Renaturierung und Hochwasserschutz

Othmar Züger,Aeulegraben 32, Triesen | 17. Oktober 2014

Mit dem interstaatlichen Projekt «Rhesi» (Rhein – Erholung und Sicherheit) soll der Hochwasserschutz am unteren Alpenrhein verbessert werden, um selbst bei einem 300-Jahr-Hochwasser-Ereignis den Siedlungsraum und das Kulturland vor Überfluten zu schützen. Gemäss Informationen zu «Rhesi» (auf www.rhesi.org) liegen die Überflutungsrisiken primär im unteren Rheintal ab der Illmündung. Daher umfasst das Projektgebiet diesen Flussabschnitt, und gar nicht denjenigen von Liechtenstein. Um die Überflutungsgefahr bei Extremhochwasser zu dämmen, soll in diesem Flussabschnitt die maximale Ablaufkapazität durch eine Aufweitung und Verstärkung der Dämme erhöht werden.
Im Raume Liechtenstein planen die Regierungen hingegen eine sogenannte «Revitalisierung» des Alpenrheins, zusammen mit Umweltverbänden und –ämtern, mit politischer Unterstützung durch die Freie Liste und SP Schweiz. Durch das Landeinwärtsversetzen des Rheindamms soll das Flussbett örtlich zum Teil massiv aufgeweitet werden, wie in Bildern in der Presse kürzlich aufgezeigt wurde. Primäres Ziel dieser Aufweitungen ist nicht die schon vorhandene Hochwassersicherheit zu verbessern, sondern sei eine Erweiterung des Erholungsraums für Natur und Bevölkerung. Dabei sollen ansehnliche Flächen von landwirtschaftlichem Kulturland entlang des Rheins für Flussbett-Aufweitungen geopfert werden. Der Gewinn an nutzbarem Erholungsraum für die Bevölkerung, praktisch beschränkt auf den Rheindamm, wäre allerdings bescheiden, denn der landeinwärts versetzte Rheindamm würde nur unwesentlich länger werden. Einzig die Fliessgeschwindigkeit des Rheins könnten diese Aufweitungen reduzieren, allerdings auch nur stellenweise. Mit Stufen im bestehenden Flussbett könnte der gleiche Effekt erzielt werden, nur einfacher, billiger, wirkungsvoller, und vor allem ohne Kulturlandverlust.
Betreffend der Hochwassersicherheit stellt sich die Frage, ob diese mit Bäumen bewachsenen Inseln des «revitalisierten» Rheinbetts die Überflutungsgefahr nicht sogar noch erhöhen. Bei Extremhochwasser führt der Rhein bekanntlich grosse Mengen an Holz und Geschiebe, das sich in diesen bewachsenen Teilen stauen kann. Bei plötzlichem Aufbrechen dieser Stauungen würden die rückgehaltenen Wassermassen zu Flut- und Geröllwellen flussabwärts führen, die eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Dammbrüche an den schwächsten Stellen darstellen könnten.

Othmar Züger,
Aeulegraben 32, Triesen

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