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Leserbrief

Patient Alpenrhein?

Othmar Züger,Aeulegraben 32, Triesen | 14. Oktober 2014

In der letzten Woche konnte in den Tageszeitungen erneut von Ideen und anscheinend schon 19 konkreten Projekten einer geplanten sogenannten «Revitalisierung» des Rheinlaufs gelesen werden, mit der dieser aufgeweitet werden soll. Um dem Anliegen eine Dringlichkeit anzugeben, war selbst von einem Patienten namens «Alpenrhein» die Rede. Wer kann nun noch einem solchen Patienten die Hilfe verweigern. Die Hilfe liegt gemäss Exponenten von der Freien Liste, der SP Schweiz, Umweltverbänden und -ämtern offenbar darin, den vor 150 Jahren gebauten Rheindamm stellenweise aufzureissen und einen Teil des wertvollen Kulturlandes durch Rheinhochwasser wieder überfluten und versumpfen zu lassen. Damit soll Erholungsraum für die gestresste Bevölkerung und Umwelt geschaffen werden. Welch ein Unterschied zu unseren Vorfahren, die unter ganz anderem Stress durch den Rheinlauf standen, ging es bei ihnen doch um Angst vor wirtschaftlicher Not und drohendem Hunger, die von unvorhersehbaren Überflutungen ihrer Böden durch Rheinhochwasser ausging. Um diesem Unbill zu entgehen, bauten sie unter grössten Anstrengungen den massiven und vor allem lückenlosen Rheindamm; Letzteres, um gefürchtete Hochwasser-Durchbrüche zu unterbinden. Seit der Bannung dieser grossen Umweltgefahr für die Bevölkerung konnte sich das Land allmählich wirtschaftlich entwickeln und zum für uns nun selbstverständlichen Wohlstand kommen. Heute, mit staatlich mehrfach abgesicherten Ein- und Auskommen, nicht mehr wissend, was Hunger und Not ist, glauben gewisse Kreise, ihre eigenen Umwelt- und Naturanliegen durch stellenweises Aufbrechen dieses Damms, dem wohl wichtigsten, echten Kulturdenkmal in unserer Region, Genüge zu tun. Könnten unsere Vorfahren noch Stellung dazu nehmen, müsste man sich wohl nicht wundern, wenn Worte im Sinne von «Wohlstandstrunkenheit» fallen würden, speziell noch vor dem Hintergrund von gleichzeitig stattlichen Defiziten beim Staat, der diese Projekte auch noch finanzieren soll.

Othmar Züger,
Aeulegraben 32, Triesen

Glaube

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