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Leserbrief

Flächenbedarf Verkehr

Othmar Züger,Auelegraben 32, Triesen | 6. Oktober 2014

Schon mehrfach konnte man in Leserbriefen des VCL (Verkehrsclub Liechtenstein) den Vergleich des Strassenflächenbedarfs zwischen Privatautos und anderen Verkehrsmitteln lesen. Was dabei aber immer fehlte, ist ein in Relation Setzen zu dem, was die Verkehrsmittel leisten. Ein Auto, das rund 12 000km pro Jahr fährt, dabei im Schnitt mit 1,3 Personen besetzt ist, leistet rund 16 000 Personen-Kilometer (P-km) pro Jahr, oder rund 43 P-km pro Tag. Mit täglich in Liechtenstein rund 25 000 benutzten Autos macht dies ca. 800 000 P-km pro Tag. Diese Verkehrsleistung wird zu rund ¾ auf den Landstrassen erbracht. Die Länge der Landstrassen in Liechtenstein beträgt rund 130 km, bei einer vollen Breite von rund 8 m, macht diese eine Fläche von rund 1 Mio. Quadratmeter (m²) aus, auf denen die 800 000 P-km erbracht werden. Für 1 P-km pro Tag werden demnach rund 1,2 m² Landstrasse gebraucht. Mit den LIEmobil-Bussen werden aktuell 30 Mio. P-km pro Jahr geleistet, oder 83 000 P-km pro Tag, also rund 1/10 der Verkehrsleistung der Autos. Die Busse benutzen aber dieselbe Landstras-se, ebenso der gesamte Güterverkehr mit Last- und Lieferwagen. Da die Autos die Strasse mit den anderen Verkehrsteilnehmern teilen, ist der effektive Flächenbedarf für Autos also kleiner wie die 1,2 m² pro P-km, sagen wir mal hoch angesetzt rund 1 m² pro P-km. Wie vergleicht sich dieser Flächenbedarf mit der Bahn von Buchs nach Feldkirch? Gemäss Liemobil sollen rund 250 Pendler pro Tag heute diese Bahn benutzen; nimmt man die Zahlen, die W.-B. Wohlwend kürzlich selber gezählt und in einem Zeitungsartikel der «lie:zeit» erwähnt hat, sind wohl 100 Nutzer pro Tag realistischer. Auf den 11 km Bahnstrecke in Liechtenstein werden also zwischen 1100 bis 2700 P-km geleistet, mit den 8 ÖBB Zügen pro Tag und Richtung schätzungsweise weitere 8000 P-km, also in Summe rund 10 000 P-km. Der Flächenbedarf der 11 km Bahnstrecke beträgt abgeschätzt rund 90 000 m². In Relation zur Verkehrsleistung gesetzt, kommt man so auf rund 9 m² pro P-km, also weit mehr wie die 1 m² pro P-km beim Strassenverkehr. Mit der S-Bahn FL.A.CH soll nun diese Bahnstrecke wesentlich ausgebaut werden und damit wird eine massiv bessere Nutzung erhofft. Die Re- gierung geht von täglichen Pendlerzahlen von 1400 bis 2500 aus, also einer Verfünf- bis Verzehnfachung (?). Danach würden auf der Bahn neu rund 25 000 bis 35 000 P-km geleistet werden. Mit dem Ausbau der Bahnstrecke wird sich deren Fläche auf wohl 110 000 m² vergrös-sern. Wieder in Relation zur Verkehrsleistung gesetzt, ergibt sich daraus ein Flächenbedarf von 3 bis 5 m² pro P-km, also immer noch mindestens das 3-Fache der Strasse. Die Strasse ist weit effizienter, wird vielseitiger genutzt und ist Bedürfnis näher als oft dargestellt wird.

Othmar Züger,
Auelegraben 32, Triesen

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