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Leserbrief

Soll alles so bleiben, wie es ist?

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 3. Oktober 2014

Dass die Verbände die KVG-Revision vollständig verwerfen möchten, ist nachvollziehbar. Es geht schliesslich um viel Geld und Macht. Von einem Gegenvorschlag habe ich aber in keinem Artikel etwas gelesen.
Die Verbände fürchten die Allmacht des Krankenkassenverbandes. Warum? Wer sagt denn, dass der LKV nicht im Sinne der Versicherten/Patienten handelt? Ah ja, billige Medizin, was heisst das? Wer sagt denn, dass viele und teure Arztbesuche, teure Untersuchungen (Apparatemedizin), teure Operationen und teure Medikamente besser sind?
Verträge mit vier Jahren könnten zur Folge haben, dass wir weniger Ärzte in Zukunft haben könnten. Es könnte aber auch Vorteile haben. Wir hätten weniger Kranke und ehrliche Ärzte würden uns erhalten bleiben. Ausserdem kann jeder Vertrag verlängert werden.
Dass die Rechnungen von Patienten kontrolliert werden sollen, sei unzumutbar. Ist leider richtig. Codes, Fachwörter, sind für Normalbürger schwer nachvollziehbar. Aber warum darf ich nicht wissen, wie viel ich für eine «Leistung» bezahle? Wer kann mir helfen? Leider fehlt es auch an einer gut funktionierende Patientenlobby.
Von Eigenverantwortung ist keine Rede. Patienten, gerade ältere Menschen, tun, was der Arzt sagt, schlucken Pillen, bis der Krankenwagen kommt. Operieren mit Wirkung und Nebenwirkung. Ehrliche Aufklärung seitens der Ärzteschaft – Fehlanzeige (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ist das «enkeltauglich»? Ist es zumutbar, dass auch Rentner und chronisch Kranke immer mehr Prämien zahlen müssen? Die Erhöhung von Selbstbehalt und Franchise ist nicht falsch. Für schwere Fälle gibt es sicher eine Lösung. Wir haben schon längst eine Zweiklassenmedizin – bedingt durch Reich und Arm. Warum soll ich solidarisch für verpfuschte Behandlungen zahlen und der Arzt wird nicht zur Verantwortung gezogen? Soll alles so bleiben, wie es ist?

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

Verkehrswesen

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