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Leserbrief

Von wegen Steuergeschenke

H. Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 23. September 2014

Unter dem Titel «Ungerechtfertigte Steuergeschenke» hat Pepi Schädlers Neidkampagne kürzlich ihre x-te Fortsetzung gefunden. Wesentlich Neues wird nicht geboten. Die grundsätzliche Gedankenwelt des Autors ist schon aus dem Titel ersichtlich. Danach «gehört» eigentlich grundsätzlich alles dem Kollektiv bzw. dem Staat. Sähe er das nicht so, könnte er nicht von «Steuergeschenken» sprechen. Denn schenken kann man grundsätzlich nur etwas, was einem gehört. Rechtmässiges Eigentum von anderen Menschen als «Geschenk» seinerseits zu bezeichnen, nur weil man darauf verzichtet hat, es ihnen wegzunehmen, ist blanker Zynismus.
Ebenfalls vergeblich warten wir weiterhin auf irgendeinen Hinweis, wie denn mit eventuellen weniger wünschenswerten Auswirkungen einer Besteuerung von Mieterträgen umgegangen werden soll. Könnte es sein, dass bei einer Besteuerung von Mieterträgen das relativ grosse Risiko besteht, am Ende das falsche Schwein zu schlachten? Was, wenn die Vermieter z. B. hingehen und ihre Steuerlast einfach auf die Mieter überwälzen und die Mieten erhöhen? Was, wenn die Mieten steigen, weil sich aufgrund von fallenden Renditen das Angebot von Mietobjekten reduziert? Was, wenn sich die Qualität der angebotenen Mietobjekte verschlechtert? Am Ende seines Leserbriefes macht sich Pepi Schädler – wie es sich für einen ordentlichen Visionär gehört – Gedanken, wie die Beute, die «beträchtlichen Steuermehreinnahmen», zu verwenden wären. Wenigstens da lässt er uns nicht im Stich. Profitieren soll nach seiner Ansicht das Gesundheitswesen. Das macht Sinn. Die Mittel, die derzeit dort versenkt werden, sind bekanntlich vernachlässigbar. Auch der zweite Vorschlag, obwohl mit dem blossen Schlagwort «Altersvorsorge» etwas allgemein gehalten, zeugt von Weitsicht. Auch dort ist es wichtig, dass der Staat weiter Aufgaben übernimmt und die letzten verbleibenden Spinner, die immer noch von selbstverantwortlichen, mündigen Bürgern träumen, endlich und definitiv eingebremst werden. Obwohl, wenn ich Pepi Schädler richtig verstehe, hätten auch die Vermieter und Verpächter durchaus eine Chance, an der Beute beteiligt zu werden, wenn sie denn alt und krank werden sollten. Das wäre dann echt genial! Zuerst zieht man ihnen das Geld aus der linken Tasche und steckt ihnen – nachdem einige Umverteiler die eigenen Taschen gefüllt haben – den verbleibenden Rest anschliessend wieder in die rechte Tasche. Genau so funktioniert Sozialismus: Die Schafe scheren und ihnen dann aus ihrer eigenen Wolle zu kurze Pullover stricken!
Ich hätte trotzdem noch einen dritten Verwendungsvorschlag. Sollten, aufgrund steigender Mieten, die Anträge auf Mietbeihilfe zunehmen, könnte man die Kohle dort verbraten.

H. Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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