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Leserbrief

Schwerpunktbeitrag Liechtenstein-Ungarn im «Volksblatt»

Karl Müller, Landstrasse 159, Triesen | 22. September 2014

Am Samstag, den 20. September 2014 wurde im «Liechtensteiner Volksblatt» auf Seite 19 ein Schwerpunktbeitrag zum Thema 20 Jahre Honorarkonsulat Liechtenstein-Ungarn veröffentlicht. Im oben genannten Beitrag wird in den höchsten Tönen die perfekte für neue Wirtschaftskooperationen geworben. Unter anderem gibt es kostengünstige Fachkräfte, Forschungs- und Lohnarbeitskapazitäten – ebenso günstige Steuerbedingungen.
Der grösste Trumpf sind aber die 22 Milliarden Euro Fördergelder, die es bis 2020 von der Europäischen Union gibt. Kein Wort über «Orbanistan», was bedeutet, dass Orban das Land nach seinem Gusto umbaut. Mit der Zweidrittel-Mehrheit im Parlament kann er dies auch leicht tun und Gesetze nach seinem Geschmack beschliessen lassen. Kein Wort über die rechtsradikalen, paramilitärischen Banden, die anders denkende Mitbürger beschimpfen oder verprügeln. Übrigens auch oppositionelle Abgeordnete. (Die SA lässt grüssen.) Kein Wort über homosexuelle Mitbürger die drangsaliert und oder verprügelt werden. Kein Wort darüber, dass Orban die Gelder der EU nimmt, sonst aber lieber nichts mit der EU zu tun haben möchte, da sie ihm ja auf die Finger schauen könnte, dies aber meiner Meinung nach zu wenig tut. Kein Wort darüber, dass Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) behindert, mit Hausdurchsuchungen oder mit Anklagen wegen Steuerhinterziehung überzogen werden. Kein Wort darüber, dass seit Einführung der Freizügigkeit mit der EU circa 600 000 junge, gut ausgebildete Ungarn in der EU ihr Glück suchen. Orban versucht nun mit Rückkehrprämien (EU-Gelder?) dieser Entwicklung gegenzusteuern.
Es macht mich wütend, dass man so dreist über die guten Gewinnaussichten für Investoren schwärmt, aber die negativen Entwicklungen (Menschenrechte) in «Orbanistan» unter den Tisch fallen lässt.

Karl Müller,
Landstrasse 159, Triesen

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