Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Eine Änderung ist unerlässlich

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 18. September 2014

Meine Meinung zum Lesebrief von Frau Monika Gassner, Vaduz, erschienen am 15. September: Ich habe volles Verständnis für die Kritik betreffend die neuen Vorschläge von Herrn Pedrazzini. Unser Gesundheitssystem ist aber «krank», es muss was geschehen, sonst können unsere Kinder und Enkelkinder die Kosten nicht mehr tragen. Ob jetzt die Vorschläge von Herrn Pedrazzini richtig oder falsch sind, kann man hinterfragen, aber eine Änderung ist unerlässlich. Fakt ist, dass Patienten den Ärzten ausgeliefert sind.
Wie ist es sonst möglich, dass wir trotz über 100 Ärzten, einem Landesspital, Privat- und Rehakliniken, Unmengen von Medikamenten und teuren Apparaten die Zahl der chronisch Kranken steigt? Patienten werden von einem Arzt zum anderen geschickt, (meistens vergehen einige Wochen bis zum nächsten Arzttermin), die Medikamentenliste wird mit jedem Arztbesuch immer länger. Nebenwirkungen werden mit neuen Medikamenten behandelt, deren Nebenwirkung wieder mit einem neuen Medikament. Laut der Weltgesundheitsorganisation (kurz: WHO) gilt die Einnahme von mehr als fünf Medikamenten als Medikamentenmissbrauch. Es wird operiert – ob nötig oder unnötig. So entstehen neue und chronische Krankheiten.
Trotzdem brauchen wir die Ärzte, nämlich jene, die Zeit für uns haben, die uns über unsere Krankheit aufklären, die uns über die Wirkung, Nebenwirkung und Wechselwirkung eines Medikaments aufklären. Nur ein aufgeklärter Patient kann Eigenverantwortung übernehmen (wie Herr Pedrazzini es fordert).
Es ist an der Zeit, dass wir den Ärzten nicht mehr blind vertrauen, sondern selbst aktiv werden. Ich hätte noch andere, gewagtere Vorschläge. Wie wäre es, wenn die Arztrechnungen nur dann vergütet werden, wenn der Patient wieder gesund ist (ohne Medikamente und weitere Behandlungen)? Wie wäre es, wenn die Ärztetarife massiv gesenkt würden (noch niedriger als in der Schweiz)? Wie wäre es, wenn Ärzte doppelt so viel Steuern zahlen müssten wie bisher? Wie wäre es, wenn die Ärzte verpflichtet wären, uns über die Medikamente (Wirkung, Nebenwirkung und Wechselwirkung) aufzuklären? Wie wäre es, wenn wir Patienten eine Anlaufstelle hätten, die uns hilft, die Rechnungen zu kontrollieren? Wie wäre es, wenn wir die Ärzte bei einer Fehlbehandlung zur Rechenschaft ziehen könnten? Im Moment ist das fast unmöglich, weil die Ärzte über Anwälte und Geld verfügen.


Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung