Leserbrief

Syrische Flüchtlinge, Solidarität und Imagepflege

Landtagsfraktion derUnabhängigen (DU) | 16. September 2014

Liebe Frau Ruth Ospelt (Herrengasse 25, Vaduz),
Sie werfen dem Abgeordneten Harry Quaderer vor («Vaterland» vom 5. September 2014), dass er eine arbeitslose Person instrumentalisiert habe, als er in der aktuellen Stunde ein Zitat dieser Person vorlas, die sich über die Grosszügigkeit der Regierung gegenüber den syrischen Flüchtlingen erstaunte. Ihr Eintreten für die Aufnahme einer möglichst grossen Zahl von syrischen Flüchtlingen in Ehren, aber für die DU-Fraktion muss Solidarität nicht nur nach aussen gepflegt werden, sondern auch zwischen den Ländern und gegenüber den Bedürftigen in unserem eigenen Land. Liechtenstein gehört mit der Schweiz, Österreich und Schweden zu jenen Ländern, die die höchsten Zahlen an jährlichen Asylgesuchen aufweisen. Bezüglich der Aufnahme von syrischen Flüchtlingen hätte auch die halbe Zahl von Flüchtlingen ausgereicht, um im europäischen Ländervergleich im Verhältnis zur Bevölkerungszahl eine absolute Spitzenposition einzunehmen. Die Aufnahme von Flüchtlingen kann angesichts von derzeit weltweit circa 52 Millionen Flüchtlingen immer nur ein Tropfen auf einen heissen Stein sein. Nach Auffassung der DU-Fraktion sind die eingesetzten Mittel möglichst effizient einzusetzen, damit möglichst vielen Personen geholfen werden kann. Die Aufnahme von 25 syrischen Flüchtlingen wird das Land allein in den ersten zwölf Monaten 800 000 Franken kosten für die Bereitstellung von Dolmetschern, Unterkunft, tägliche Begleitung beim Einkaufen, Sprachkurse etc. Demgegenüber kann – so die Ausführungen von Aussenministerin Aurelia Frick in der gleichen aktuellen Stunde – mit den 250 000 Franken, die das Land auch noch nach Jordanien schickt, 5000 Schulkindern geholfen werden! Dieser Vergleich zeigt doch, dass es nicht nur ums Helfen geht, sondern auch um Imagepflege. Mit unserer Sichtweise stehen wir übrigens nicht alleine da. «Deutschland kann nicht alle Mühseligen und Beladenen dieser Welt aufnehmen.» Oder: «Es ist wichtiger, Voraussetzungen zu schaffen, damit die Menschen in ihren eigenen Ländern leben können.» Zitate vom deutschen Innenminister de Maizière. Wenn eine Person, die schon längere Zeit verzweifelt nach einer Arbeit sucht, sich düpiert fühlt, wenn Regierungschef-Stellvertreter Zwiefelhofer in einem Interview erklärt, dass die aufgenommenen Flüchtlinge eine 800 000 teure Rundumbetreuung erfahren und auch für eine Arbeitsstelle gesorgt werde, ist dies doch nicht verwunderlich. Oder können Sie dies etwa nicht nachvollziehen? Und die DU-Fraktion scheut sich nicht, Zusammenhänge, die nicht jedermann/frau gerne hört, aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang soll die Frage erlaubt sein, warum wurden syrische Flüchtlinge muslimischen und nicht christlichen Glaubens in Liechtenstein aufgenommen? In Anbetracht der zunehmenden muslimischen Radikalisierung in ganz Europa hätte man auch hier ein klares Zeichen setzen können. Mit Solidarität hatte diese Aktion eher wenig zu tun.

Landtagsfraktion der
Unabhängigen (DU)

Steuer-Freibetrag

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung