Leserbrief

Malbun im Baurausch

Otto Beck,Bergstrasse 119, Triesenberg | 10. September 2014

Seit Wochen wird das schöne Malbuntal umgegraben und mit Beton gefüllt. Im Minutentakt fahren Vier- und Fünfachser, beladen mit bester Malbuner Erde, geräuschvoll durch unser ach so schönes Walserdorf zu irgendeiner Deponie ins Tal. Sie kommen mit ebensolchem Lärm zurück. Dazwischen vier- und fünfachsige Betonmischer, die das Hochtal mit ihrer grauen Masse «verschönern». Wir wollen das, immer mehr und immer schneller, es braucht mehr Infrastruktur und Gäste im Malbun.
Wir zahlen einen hohen Preis, Dauerlärm entlang der Transportstrecke, verstärkt durch den Fahrzeug-tross der Gewerbetreibenden, die die Bauten ja ausbauen müssen. Dauerlärm im Malbun, Werbung und Realität sind weit entfernt. Am Sonntag, Blick vom Augstenberg: Zehn Kräne stehen im engen Hochtal, vorne ist alles umgewühlt und betongrau. Der Blick geht in den Nenzinger Himmel, der diesen Namen wohl verdient. Keine Kräne, keine Betonmulden, keine Wunden in der empfindlichen alpinen Natur, einfach Ruhe.
Das Transportgewerbe freut’s, ebenso das Baugewerbe mit seiner Lobby. Bald kann wieder ein Stras-senstück saniert werden, kaputt gefahren durch die Dauerlast der schweren Fahrzeuge. Und der Bau des Jufa-Hotels steht ja auch noch an, und was noch? Wir wollen das, wollen wir das?

Otto Beck,
Bergstrasse 119, Triesenberg

In eigener Sache

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung