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Leserbrief

Ordensleben heute und morgen

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 16. August 2014

Darf ich nach acht Jahren allgemein gültiger Themen in meinen Leserbriefen einmal davon berichten? Viele sind überzeugt, das nach dem Konzil erneuerte Ordensleben sei am Aussterben. Gründe für solches Denken? Sinkende Zahlen, Überalterung, Ausbleiben der Neu-Eintritte. Auch dafür gibt es viele Gründe: Heute können junge Frauen alle Berufe ausüben, die früher Ordensfrauen vorbehalten waren; Geburtenzahlen sind schroff gesunken; Wohlstand fördert Individualismus, Konsum, was den Glauben scheinbar überflüssig, die Menschen aber seelisch krank macht …
Uni-Professorin Sr. Sandra Schneiders sieht die Situation der Orden hoffnungsvoll: «Ordensleben ist heute eher ein robuster Löwenzahn als ein zarter Rosenstrauch im oft ungepflegten Garten der Kirche.» Die Zahlen werden zwar weiter sinken, aber: «Das Ordensleben ist die älteste Berufung in der Kirche – vor der Ehe und dem Priesteramt», weiss sie. Gerade in den Krisenzeiten der Kirche sei diese Lebensform deren beste Hoffnung gewesen. Allerdings muss sich der kirchliche Dienst der Orden ändern. Wir Anbeterinnen taten es schon vor 20 Jahren, als wir unsere Schule dem Staat übergaben zugunsten des Glaubenszentrums «Brot und Rosen».
Wichtigster Dienst der Ordensfrauen wird künftig laut Schneiders «Einsatz für die soziale Gerechtigkeit mit Schwerpunkt auf Systemwandel» sein im Geist der kirchlichen Soziallehre.
An erster Stelle bleibt dabei sicher die Verkündigung der Frohen Botschaft, wo sie am meisten gebraucht wird. Davon bin ich fest überzeugt. Papst Franziskus «fliegen die Herzen zu», weil er lebt, was er verkündet. Als Älteste im Kloster St. Elisabeth bin ich voll Hoffnung und übe mit den Leserbriefen die ersten Schritte in diese Richtung. Mitarbeiter/-innen willkommen!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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