Leserbrief

Gemeinde Eschen-Nendeln gegen Stadttunnel Feldkirch

Gemeinde Eschen-Nendeln | 17. Juli 2014

Seit dem 26. Mai 2014 besteht die Möglichkeit, im Projekt Stadttunnel Feldkirch eine Stellungnahme zu den Umweltauswirkungen des Projektes abzugeben. Der Gemeinderat Eschen hat an seiner Sitzung vom 9. Juli 2014 eine Stellungnahme verabschiedet und der Regierung des Landes Vorarlberg übermittelt. Darin stellt sich der Gemeinderat ganz klar gegen das Projekt, da es aufgrund des Strassenneubaus in Eschen und Nendeln zu einer Verkehrszunahme und zu den damit verbundenen negativen Auswirkungen für Mensch und Umwelt kommen wird. Deshalb soll die Umweltverträglichkeitserklärung abgewiesen werden.
Die negativen Auswirkungen werden denn auch vom Land Vorarlberg nicht bestritten. Stark umstritten ist jedoch die Höhe der Verkehrszunahmen und damit der Umweltauswirkungen. Die Verkehrszunahmen sind abhängig von verschiedenen Annahmen, die innerhalb des Verkehrsmodells gesetzt werden, und sie können über diese Annahmen gezielt beeinflusst werden. Die Darstellung der Annahmen ist in den Einreichunterlagen sehr rudimentär gehalten und nicht vollständig. Eine fachliche Beurteilung, ob die Annahmen auch sachgeregt sind, ist somit nicht möglich. Es bestehen berechtigte Zweifel daran, dass die Annahmen korrekt gesetzt wurden. Dies ist ein gravierender Mangel, welcher sich auf die ganze Umweltverträglichkeitserklärung auswirkt.
Aufgrund der dargelegten Mängel ist davon auszugehen, dass die der Umweltverträglichkeitserklärung zugrunde gelegte Verkehrsprognose falsch ist und der Verkehr bei einem Bau des Stadttunnels Feldkirch viel dramatischer zunehmen wird, als es die Verkehrsprognose der Projektwerberin vorsieht. Denn insbesondere bei der Relation Walgau – Liechtenstein/Schweiz handelt es sich um eine sehr attraktive Verkehrsverbindung, für die bei einem Bau des Stadttunnels Feldkirch der Kapazitätsengpass Bärenkreuzung aufgehoben wird. Zusätzliche Angebote für attraktive Verkehrsverbindungen führen zwangsläufig zu zunehmenden Aufkommen an motorisierten Individualverkehr im System.
Es ist deshalb mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Relation Rheintalautobahn Richtung Liechtenstein durch diese Umfahrung zusätzliche Belastungen aufzunehmen haben wird, die heute aufgrund der Widerstände bei der Durchfahrt durch Feldkirch unterbleiben.
Der Stau wird sich von der Bärenkreuzung in Feldkirch auf die Engpässe in Liechtenstein verlagern. Durch den Vollausbau des Stadttunnels erfolgt eine starke Konzentration des Verkehrs auf Routen durch den Stadttunnel mit entsprechenden Entlastungswirkungen im angrenzenden Strassennetz und gleichzeitiger Mehrbelastung des liechtensteinischen Strassennetzes. Der Bevölkerung von Eschen-Nendeln drohen somit durch das Vorhaben insbesondere durch den induzierten Mehrverkehr und der damit einhergehenden zusätzlichen Luftschadstoffe negative Auswirkungen und zusätzlicher Lärm.
Durch die Lage der Gemeinde Eschen zwischen zwei Autobahnen ist es kaum möglich, das Verkehrsproblem mit baulichen Massnahmen zu lösen, ohne massiven Mehrverkehr zu generieren. Dies, weil jede Erweiterung des Verkehrsangebots wie Umfahrungsstrassen, die Strassenkapazitäten erhöhen und mehr lokalen Verkehr aber auch mehr Transitverkehr, zur Folge hat. Das Liechtensteiner Unterland ist durch den Bau des «Stadttunnels Feldkirch» bedroht, Transitspange zwischen den Autobahnen A14 und A13 zu werden.

Gemeinde Eschen-Nendeln

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