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Leserbrief

Schwarze Schafe im Visier

Willy Marxer,Schwarze Strasse 4, Eschen | 12. Juli 2014

Interessiert verfolge ich in der heimischen Presse den Heilungsprozess unseres Krankenversicherungssystems; speziell den Bericht des Gesundheitsministers vom 10. Juli. Er zeigt auf, wie er die drohende Kostenexplosion unter Beteiligung aller Versicherten und der Leistungserbringer künftig abzuwenden gedenkt. Im Wesentlichen geht es u. a. darum, dass Versicherte mehr spüren sollen, wie viel ihre Gesundheitskosten betragen. Und, dass der Patient mehr Eigenverantwortung für die Kosten zu übernehmen hat.
Die Rede ist auch von Leistungsbezug abhängiger Kostenbeteiligung der Versicherten. Klartext: «Wer häufiger zum Arzt geht, muss auch mehr bezahlen.» Dieser Satz birgt m. E. Zündstoff, denn man weiss, es gibt Menschen, die für ihre anfällige Gesundheit und somit für mehr Gesundheitskosten nichts können. Sie führen oft ein Leben in engen gesundheitlichen Grenzen. Will man die künftig nun mehr belasten?
Ich ziele hier ganz bewusst auf eine andere Gruppe, auf die schwarzen Schafe bei den Versicherten. Hier liegt noch Sparpotenzial. Sie, die beharrlich gegen jeden guten Rat und gegen besseres Wissen ihren gesundheitlichen Untergang provozieren. Sie generieren für mich einen absolut inakzeptablen Teil der anfallenden Kosten, den wir bis jetzt zu tragen hatten.
Ich denke dabei an einen guten Freund, den ich verloren habe, der es mir und vor allem seinen Ärzten par tout nicht glauben wollte. Er hat in seinen letzten paar Lebensmonaten weit mehr Heilungskosten hervorgerufen, als er in Jahrzehnten davor an Prämien einbezahlt hat. Ich denke an die jungen Komatrinker, die den Preis ihres Verhaltens nicht kennen. Dass wir alle die anfallenden Kosten für ihr «Hobby» teilen müssen, ist für mich nicht akzeptabel. Ich denke an die, die chronisch «saufen und rauchen» und die niemals an die Kosten ihres enorm teuren Endes denken. Ich denke an die, die bei extremen Sportarten pokern und an die, die ihrer Gesundheit durch permanenten Bewegungsmangel und falsche Ernährung keine Chance geben.
Ich will sie künftig alle nicht mehr unterstützen. Herr Gesundheitsminister, bitte sorgen Sie dafür! Diese KVG-Revision soll sozial werden, aber vor allem tragbar und viel gerechter wie bisher.

Willy Marxer,
Schwarze Strasse 4, Eschen

Trennung Kirche/Staat

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