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Leserbrief

Amundsens arme Schlittenhunde

Peter Schoeck,Runkelsstrasse 25, Triesen | 8. Juli 2014

Unter der Rubrik «Arme Schlittenhunde» belehrt Herr Jo Schädler aus Bendern die Leser in einem Lesebrief vom 5. Juli darüber, wie die Antarktis beschaffen sei, nämlich ganz anders, als ich es darstelle. In aller gebotenen Bescheidenheit erlaube ich mir den Hinweis, dass ich wissenschaftlicher Leiter für Polarlicht- und Eisforschung der Amerikanischen Antarktisexpedition im Internationalen Geophysikalischen Jahr 1956 bis 1958 war und dass es in der Antarktis einen Berg gibt, der «Schoeck-Peak» heisst. Daraus sollte doch ein mit gesundem Menschenverstand versehener Mensch zumindest vermuten, dass ich mich in der Antarktis einigermassen auskennen müsste, wo ich übrigens über 4000 Kilometer auf Langlaufski zurücklegte.
Amundsens Schlittenhunde waren in der Tat arm, und wären dies nicht nur gewesen, weil meine Angaben über die Höhe des antarktischen Plateaus stimmen, was Herr Schädler bezweifelt. Sie zogen in der Tat drei Schlitten über den zum Teil verklüfteten Axel-Heiberg-Gletscher von Meereshöhe bis 3300 Meter hinauf, was Herr Jo Schädler offenbar ebenfalls nicht weiss. Sie waren aber vor allem deshalb zu bedauern, weil von 54 Hunden nur 11 die 3000 Kilometer lange Expedition von Oktober 1911 bis Januar 1912 vom Nordrand des Ross-Schelfs zum Südpol und zurück überlebten. Die meisten davon wurden geschlachtet und dienten als Nahrung für Mensch und Tier.
Auch scheint Herr Schädler nicht zu wissen, dass der Südpol 2930 Meter über Meereshöhe liegt und dass mindestens zehntausend Quadratkilometer des ostantarktischen Plateaus 4000 Meter hoch liegen. Während die durchschnittliche Dicke des antarktischen Eispanzers mit rund 1800 Meter geschätzt wird, beträgt sie auf dem ostantarktischen Plateau, nicht nur an einer Stelle, wie Herr Jo Schädler behauptet, rund 4 Kilometer. Warum ich mit solchen Angaben, auch wenn sie nicht stimmen würden, Stimmung für die weit verbreitete und nie bewiesene CO2-Theorie machen wolle, bleibt das Geheimnis des Herrn Jo Schädler. Im Gegenteil, ich wies darauf hin, dass der Treibhauseffekt, zu dem CO2 nur rund ein Fünftel beiträgt, der Antarktis gar nichts anhaben kann. Der Grund ist, dass die Antarktis ein Kontinent ist von der Grösse Europas und Australiens zusammen. Er ist klimatisch vom Rest der Erde isoliert mit Temperaturen die, abgesehen von Küstengebieten, das ganze Jahr über weniger als minus 30 Grad betragen. Bereits 1957 wurde im Winter auf dem ostantarktischen Plateau die weltweit tiefste Temperatur von minus 88 Grad gemessen. Die während des antarktischen Sommers einfallende Sonnenstrahlung wird von sauberem feinkörnigem Schnee zu 90 Prozent reflektiert und während der Dunkelheit des Winters strahlt die Schneedecke durch die trockene Atmosphäre langwellige Strahlung direkt in den Weltraum ab ohne das schützende imaginäre Glasdach der Treibhausgase.
Das Klima Antarktikas verhält sich aber nicht, wie Herr Schädler zu wissen glaubt, «gegenläufig» zu dem der Arktis, sondern eben grundsätzlich anders, denn es fehlt die konvektive Wärmezufuhr durch Meeresströmungen und, damit gekoppelt, Luftströmungen. Behauptungen wie «die Antarktis schmilzt», nur weil vermehrt am Rand Eisberge von den Schelfen abbrechen, gehören in dasselbe Märchenbuch wie die Katastrophenszenarien der CO2-Protagonisten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es den Treibhauseffekt nicht gibt. Wissenschaftler, die dies behaupten, mangelt es an Grundkenntnissen in Thermodynamik und Wärmeübertragung. Dies trifft offenbar auch für eine Reihe von Professoren zu, die vielleicht den Ersten, aber nicht den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verstanden haben.

Peter Schoeck,
Runkelsstrasse 25, Triesen

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