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Leserbrief

Eine Mogelpackung

Arbeitsgruppe Verkehrsproblem Liechtensteiner Unterland,www.transitstrassen.li | 3. Juli 2014

Die Feldkircher Stadtregierung kämpft in den Medien mit neuen Zahlen für den Stadttunnel. Demnach dominieren an Werktagen die Pendler und am Samstag der Freizeit- und Einkaufsverkehr beim Zoll-übergang Tisis. Die hohe Verkehrsbelastung von bis zu 1200 Schwerfahrzeugen an Spitzentagen mit hohem Transitanteil bleibt ebenso unerwähnt, wie der grosse internationale Reiseverkehr am Wochenende.
Diese Informationen passen Bürgermeister Berchtold nicht in sein verharmlosendes Bild der Südumfahrung als Lösung für ein nur lokales Verkehrsproblem. Auch die Planer leisten mit ihren willkürlichen Prognosen einen entscheidenden, wenn auch verantwortungslosen Beitrag. Bei der Projektvorstellung und für die politische Entscheidung wurde für die Grenze Tisis ein Verkehrsaufkommen von 17 000 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert. Für die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde die Zahl der Fahrzeuge auf 12 930 reduziert, um damit die Umweltauswirkungen auf die gesetzlichen Vorgaben zu bringen. Mit rund 4000 Fahrzeugen weniger gibt es massgeblich weniger Abgase, Lärm und Staus. Die bewusst reduzierten Zahlen ermöglichen es zudem, eine geringe Kapazitätsreserve für die Tunnel auszuweisen. Mit der ursprünglichen Prognose von 17 000 Fahrzeugen wäre der Stau bereits mit der Eröffnung tägliche Realität.
Auf die wichtige Frage, wie lange die Kapazität der Tunnel nach der Eröffnung reicht, gibt es keine Prognose, aber eine Aussage vom Feldkircher Generalverkehrsplaner Hannes Müller im ORF (Februar 2014): «(...) Bei den Tunnelstrecken könnten bald Kapazitätsprobleme entstehen.» Eigentlich nur logisch, da Feldkirch bereits 1982 auf den Bau einer Autobahnumfahrung als wichtige Transitverbindung zur Schweiz mit ungeahntem Verkehrsaufkommen beharrte. Aus finanziellem und taktischem Kalkül soll nun die erste Röhre gebaut werden. Danach wiederholt sich die Geschichte wie beim Ambergtunnel; völlig entgegen den damaligen Prognosen und den vollmundigen Versprechungen der Vorarlberger Politiker wurde die B190 in Feldkirch nur für ganz kurze Zeit entlastet und die Kapazität des gefeierten «Jahrhundertbauwerks» war nach wenigen Jahren bereits überschritten.
Wir wundern uns schon lange, warum diese riesige drohende Belastung unseres Lebensraumes durch den Mehrverkehr des geplanten Stadttunnels für fast alle unsere Volksvertreter im Land und den Gemeinden kein Thema ist.
Bitte unterschreiben Sie für die Bürgerinitiative «mobil ohne Stadttunnel». Die Unterschriftsbogen können auf www.ohnetunnel.li heruntergeladen werden. Es ist die letzte Möglichkeit, dass wir uns als Bevölkerung gegen die drohende Verkehrslawine wehren können.

Arbeitsgruppe Verkehrsproblem Liechtensteiner Unterland,
www.transitstrassen.li

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