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Leserbrief

Nachlese

Guido Meier, Im Quäderle 16, Vaduz | 21. Juni 2014

Es ist vorbei. Die Schlacht ist geschlagen. Es wird noch lange nachwirken in unserem Land.
Es gibt einen Gewinner in dieser Auseinandersetzung: die Demokratie. Es kam tatsächlich zu einer Volksabstimmung über das Finanzgebaren unserer Politik, welche die Politik unter allen Umständen vermeiden wollte. Es gab einen Bürger, der seinen Kopf hingehalten hat in einer Agenda, die Tausende im Staatsapparat finanziell betraf und offensichtliche, zehn Jahre alte Verantwortlichkeiten aufzeigte, die von unserer Politik verdrängt wurden. Es freut mich und erfüllt mich mit einer gewissen Zuversicht, dass es bei uns noch Bürger gibt, die mit grosser Zivilcourage unliebsame Dinge aufgreifen, sie in die öffentliche Diskussion und sogar zur Volksabstimmung bringen. Ich danke Nikolaus Frick und diejenigen, die ihn unterstützt haben auf diesem rechtlich und emotional äus-serst anspruchsvollen Weg. Sie haben sich um unsere Demokratie grosse Verdienste erworben. Ich bin froh über unseren Staatsgerichtshof, der mit seiner klaren, unbeeindruckten Entscheidung den Weg freigehalten hat, dass unsere Bürger unter dem verfassungsmäs-sigen Schutz des Wahl- und Ab-stimmungsgeheimnisses ihr Grundrecht der Mitbestimmung auch in dieser heiklen Sache frei ausüben konnten. Es war schändlich, mit welchen Schmähungen und persönlichen Verunglimpfungen sich Nikolaus Frick während des Abstimmungskampfes abfinden musste, und ich fand es nicht gut, als unser Regierungschef und die Fraktionssprecherin das knappe Zufallsresultat mit geballter Faust und erhobenem Daumen begrüsst haben. Dabei hatte Nikolaus Frick im Alleingang das halbe Stimmvolk hinter sich! Dass die Sache emotional wurde, ist nicht Nikolaus Frick vorzuwerfen. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen um sich werfen. Jeder Verteilungskampf ist emotional. Und ist der im Vergleich überschaubare Rechenfehler von Nikolaus Frick in Wahrheit nicht doch nur der Splitter in seinem Auge, der ihm mit so grosser Süffisanz zum Vorwurf gemacht wurde ? Ja, es wird noch eine Weile dauern. Wir haben noch Entwicklungspotenzial in unserem demokratischen Rechtsstaat.

Guido Meier,
Im Quäderle 16, Vaduz

Weltflüchtlingstag

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