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Leserbrief

Fakten lassen sich nicht wegdiskutieren

Fraktion der Freien Liste | 11. Juni 2014

In der letzten aktuellen Stunde wollte die DU-Fraktion im Landtag den anderen Abgeordneten weis- machen, dass wir keinen Einfluss auf das Klima haben und daher alle Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen eine monumentale Geldvernichtung sei und der Umwelt gar nichts nützen würde.
Der Mensch beeinflusst das Klima. Durch Emissionen der Treibhausgase wie Methan, Lachgas, FCKW, Schwefelhexafluorid und nicht zuletzt des Kohlenstoffdioxid (CO2) beeinflussen wir die Strahlungsbilanz: Treibhausmoleküle absorbieren im Infrarotbereich Strahlung, das heisst, sie nehmen die von der Erde abgestrahlte Wärmestrahlung auf und geben sie wieder ab. Als Folge davon erwärmt sich die Atmosphäre. Durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe hat der Mensch den CO2-Gehalt der Atmosphäre von 280ppm (0.028 Prozent) auf 400ppm (0.040 Prozent) erhöht. Dadurch erhöht sich die globale Temperatur im Mittel. Fakt ist: Die letzten drei Dekaden waren alle wärmer als alle vorhergehenden seit dem Jahr 1850. Es gibt viele Faktoren, die unser Klima beeinflussen, aber die Erwärmung in den letzten Jahren lässt sich nur mit dieser Treibhausgaserhöhung erklären.
Dies sind wissenschaftliche Tatsachen! Daran können auch 140 youtube-Videos, die laut dem DU-Fraktionssprecher Harry Quaderer das Gegenteil behaupten, nichts ändern. DU kann die international anerkannten Wissenschaftler des IPCC noch so oft als Pseudowissenschaftler, Klima-Fundamentalisten und Scharlatane bezeichnen. Sie können noch so viele Falschaussagen des Europäischen Instituts für Klima und Energie zitieren – einem angeblichen Forschungsinstitut, das in Wirklichkeit nichts anderes ist als ein Verein von sogenannten «Klimaskeptikern», deren Arbeiten auf unseriösen Grundlagen basieren und wissenschaftlich bewiesene Zusammenhänge leugnen. Setzt man sich kritisch mit diesen Internet-Quellen auseinander, stösst man immer wieder auf die gleichen Personen: Lobbyisten der Mineralölindustrie!
Man kann Fakten noch so oft ignorieren. Dies ändert nichts daran, dass wir durch unsere Treibhaus-gasemissionen das Klima beeinflussen. Dies hat Auswirkungen, die sich nicht schönreden lassen. Auch wenn sich die DU-Fraktion «ein bisschen mehr Wärme ähnlich wie in der Sonnenstube Tessin» wünscht. Auch bei uns macht sich der Klimawandel negativ bemerkbar: Geringere Schneemengen, höhere Niederschläge im Winter und geringere im Sommer. Die Wahrscheinlichkeit für extremere Wetter-ereignisse wie Stürme, Starkregen und Hitzewellen steigt auch im Alpenraum. Laut Berechnungen der ETH werden die Alpen bis Ende Jahrhundert praktisch eisfrei sein. Ohne Gletscher fällt die Speicherung und somit der zeitverzögerte Abfluss der Wassermassen weg. Die Alpen sind ein fragiles Ökosystem, das auf den Klimawandel reagiert. Bereits heute zeigt sich dies durch die Zunahme der Naturgefahren. Es ist entscheidend, neben der Vermeidung eines weiter fortschreitenden Klimawandels rechtzeitig geeignete Strategien zur Anpassung an die sich aus der Klimaveränderung ergebenden Folgen zu entwickeln.

Fraktion der Freien Liste

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