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Leserbrief

Sehr geehrter Herr Werner Gloor,

Amon Marxer, Murasträssle 4, Balzers | 10. Juni 2014

gerne antworte ich auf Ihren Kommentar vom 5. Juni 2014. Um einen Leserbrief zu schreiben, benötigt man eine Motivation. Wie bei vielen anderen, ist dies auch bei mir leider oft Verärgerung. Die von Ihren Kollegen verbreitete Mär vom Mitarbeitermangel sowie die Drohung, man werde den Einsatz auf das Minimum reduzieren und die Augen nach einer alternativen Arbeitsstelle offenhalten, rechtfertigen meines Erachtens durchaus eine solche Verärgerung. Wenn Sie mir auf der Grundlage eines einzigen Leserbriefs die Eignung als Lehrer absprechen, dann ist eher um Ihre Unvoreingenommenheit Ihren Schülern gegenüber zu fürchten, als dies für mich persönlich eine Relevanz hätte.
Ihre Mutmassungen über meine Zufriedenheit kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen – Ihre dahingehenden Schlussfolgerungen sind schlicht nicht logisch. Bevor Sie sich stufen- und fachübergreifend quasi stellvertretend für alle Lehrer durch meinen Leserbrief beleidigt fühlen – was an sich schon etwas anmassend ist – sollten Sie diesen genau lesen. Es wurden darin lediglich diejenigen Lehrer angegangen, die sich finanziell benachteiligt fühlen, weil sie offenbar den Bezug zur Realität verloren haben, und dies durch Drohungen und Angstmacherei zum Ausdruck bringen. Der Rest besteht aus Zahlen, einem ernsthaften Vorschlag und Feststellungen, die sich anhand der Realität gut begründen lassen. Wer die Realität als Affront empfindet, hat ein Problem.
Nicht jedes Studium ist gleich schwierig und nicht jedes Schulfach gleich wichtig. In der Privatwirtschaft hängt der Lohn massgeblich von der Ausbildung, der Leistung sowie von Angebot und Nachfrage ab. Das wäre auch im Lehrerberuf kein Schaden. Neben den akzeptablen und den guten Lehrern habe ich in meiner Schulzeit auch genügend schlechte erlebt, die dort bis zu ihrer Pensionierung Generationen von Schülern zermürben können, weil sie faktisch unkündbar sind.
Die Drohung, den Einsatz auf das Minimum zu reduzieren, ist besonders ärgerlich, weil sie sich als Lehrer folgenlos in die Tat umsetzen lässt. Und ja, Musik und Kunst sind für mich Hobbys, genauso wie Fussball und Tennis. Die Tatsache, dass ein paar wenige Glückliche mit solchen Tätigkeiten genügend Geld für ein angenehmes Leben verdienen können, ändert daran nichts. Analog dazu würde ich Lottospielen auch nicht als Altersvorsorge bezeichnen, nur weil man mit Glück damit seinen Lebensabend finanzieren könnte. Ob eine Meinungsäusserung eine Beleidigung darstellt, liegt auch im Auge des Betrachters.

Amon Marxer,
Murasträssle 4, Balzers

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