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Leserbrief

Südumfahrung – Die manipulierten Zahlen der Politik und Verkehrsplaner

www.transitstrassen.li | 4. Juni 2014

Seit fast 25 Jahren ist das Verkehrsaufkommen an der Grenze in Schaan-wald nahezu unverändert und beläuft sich im 2012 auf 11 000 Fahrzeuge pro Tag; und dies trotz einer massiven Zunahme der Arbeitspendler aus Vorarlberg in dieser Zeit. Gemäss dem Vorarlberger Verkehrskonzept «Feldkirch mobil» vom 27. Februar 2009 beträgt das Verkehrsaufkommen nur kurz nach der Eröffnung der geplanten Südumfahrung an der Grenze im 2020 bereits 17 000 Fahrzeuge (plus 55 Prozent!); Quelle: Modellberechnungen des Verkehrsbüros «Besch und Partner».
Nun ist natürlich klar, dass eine solche massive Verkehrszunahme das ganze Projekt Südumfahrung gefährden würde. Darum wurden bei der Vorarlberger Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zur Südumfahrung nun neue – massiv tiefere – Zahlen präsentiert. So soll nach Inbetriebnahme der Tunnels das Verkehrsaufkommen im 2025 an der Grenze in Schaanwald «nur» noch 12 930 Fahrzeuge betragen (Seite 57 «Verkehrsmodell und -prognose» der UVP). Die Verkehrsplaner haben einfach die Prozentsätze der jährlichen Zuwachsraten reduziert und schon zeigen sich massiv kleinere Verkehrszunahmen. Da verschwinden aufgrund der Neuberechnung einfach über 4000 Fahrzeuge! Interessant ist dabei, dass diese Berechnungen vom gleichen Büro «Besch und Partner» gemacht wurden. Sämtliche Untersuchungen der UVP (Luft-, Lärmbelastung etc.) basieren auf diesen neuen, viel tieferen Zahlen. Aufgrund von diesen Zahlenspielereien mit völlig unterschiedlichen Resultaten wird über ein Projekt von 220 Mio. Euro mit jährlichen Unterhaltskosten im zweistelligen Millionenbereich entschieden: Das ist völlig unseriös und verantwortungslos!
Die Südumfahrung würde das regionale Verkehrsproblem verschärfen, anstatt nachhaltig zu lösen: sie würde Transitverkehr anziehen, massiv Mehrverkehr generieren und alle Bemühungen zunichte machen, den Arbeitspendlerverkehr wo immer möglich mit dem ÖV abzuwickeln. Der völlige Verkehrskollaps auf verschiedenen Strassenabschnitten wäre unausweichlich. Liechtenstein würde gezwungen, mit einem vergleichbaren Kostenaufwand diese Transitschleuse zur Schweizer Autobahn weiterzuführen.
Und dann lesen wir in den Zeitungen, wie gut das nachbarschaftliche Klima zwischen Vorarlberg und Liechtenstein ist. Was für ein Zynismus: Es scheint, als ob unsere Politiker in einer anderen Welt leben würden.

Arbeitsgruppe Verkehrsproblem Liechtensteiner Unterland,

www.transitstrassen.li

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