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Leserbrief

Diskussion «Klimawandel» im Landtag – Teil 3

Gerhard Müller,Duxgass 26, Schaan | 4. Juni 2014

Im letzten Leserbrief ging es um das Klimaschutz-Konzept der Stadt Schaffhausen, heute geht es um Liechtenstein.
Drehen wir die Zeit ein bisschen zurück. In den 1950er-Jahren standen wir vor einem regionalen Abfallproblem – dem Abwasser. Lösung: Es wurde ein Abwassersystem mit Kläranlagen gebaut. Die Kosten wurden durch die öffentliche Hand und durch die Verursacher (Abwassergebühr) übernommen. In den 1980er-Jahren standen wir vor einem weiteren regionalen Abfallproblem – dem Kehricht. Lösung: Abfalltrennung, Abfallsammlung, Bau von KVA. Die Kosten wurden ebenfalls durch die öffentliche Hand und durch die Verursacher (Abfallgebühr etc.) übernommen. Nun stellt sich die Frage: Ist das von Menschen verursachte, nicht erneuerbare CO2 auch ein Abfallproblem? Wenn ja, könnte dieser selbsterzeugte CO2-Abfall durch regionale bauliche Massnahmen verringert, vermieden und kompensiert werden? Wäre die Einführung einer regionalen Lenkungsabgabe durch die Verursacher ähnlich der Abwassergebühr zielführend, d. h. neue Gelder für regionale Massnahmen? Müssen Verbote her, ähnlich wie bei Kehrichtentsorgung im Wald?
Erweitern wir den Blickwinkel und schlüpfen in das Gewand des tapferen Schneiderleins. Sieben auf einen Streich. 1. Wir stellen auf erneuerbare Ressourcen um (Substitution); 2. Wir tragen Sorge zu lokalen und globalen Ressourcen (Luft, Wasser, Öl, Gas, Kohle usw.); 3. Wir reduzieren unsere Ressourcenabhängigkeit von Drittstaaten (liegt heute bei 90 Prozent); 4. Wir erhöhen unsere Wertschöpfung durch lokale bauliche Massnahmen für erneuerbare Energien und durch Kompensierung von CO2 (ca. 50–100 Mio. pro Jahr); 5. Wir erhalten dadurch mehr Steuereinnahmen aufgrund der Ansässigkeit neuer Firmen; 6. Wir machen aus weniger mehr (Effizienz); 7. Wir verbrauchen nur, was wir benötigen (Suffizienz).
Dies alles ist nicht neu erfunden, sondern in der Energiestrategie 2020 enthalten. Führen wir die Umsetzung derer Ideen weiter, sagen wir Ja zur Abänderung des EEG, seien wir weiterhin mutig für neue lokale und globale Wege. Es gibt schon viele Leute, die am Klimawandel und an der Energiewende arbeiten. Ich bin auch einer. Und du? Ich wünsche den Landtagsabgeordneten eine interessante «Aktuelle Stunde».

Gerhard Müller,
Duxgass 26, Schaan

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