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Leserbrief

«Gefährliche Missionierer»

Jo. Schädler,Badäl 134, Gamprin | 3. Juni 2014

Derzeit nimmt sich der gute Herr Müller aus Schaan den Klimaveränderungen an und tritt als Mahner in den Zeitungen auf. CO2-Jünger im Missionarsgewand, welche die Welt retten wollen, finden selbstverständlich immer irgendeinen Beweis – und sei es ein verwirrter Randkanton, um ihre Aussagen zu untermauern. Der eine Basel-Land, um unsere Pensionskasse in bessere Zeiten zu führen, und Müller eben den Kanton Schaffhausen, um uns eindrücklich zu warnen. Die Eiterbeulen auf der Wucherung des Kantönligeistes sozusagen.
Neu sind die jährliche Niederschlagsmenge und vertrocknete Bergbächlein, die beweisen müssen, dass das Weltklima sich dramatisch ändern soll und wir alle verdorren und vertrocknen müssen, wenn wir nicht Sofortmassnahmen, nach denen die Herren lechzen und da mitarbeiten wollen, einleiten. Mitarbeiten aber wohl nur als Berater, also eher geistiger Natur. Es ist nicht anzunehmen, dass sie privates Vermögen für die Umsetzung ihrer Ideen einsetzen werden.
Tatsächlich ist die Niederschlagsmenge zum Beispiel in der Schweiz nur regionalen Veränderungen, die jedoch ganz natürlich sind, unterworfen. Die Gletscher haben ihr Abschmelzen lange vor der Industrialisierung, nämlich schon um 1800, begonnen. Einige beginnen jedoch wieder zu wachsen, da die durchschnittliche Erdtemperatur seit 14 Jahren wieder im Sinken begriffen ist. Allen Statistiken ist jedoch eines gemeinsam: Sie verweisen samt und sonders auf die Horrorszenarien des IPCC und in Europa auf das Potsdamer Klimainstitut, dessen Direktor Schellnhuber sich jedoch weltweit mit seinen Widersprüchen immer lächerlicher macht. Man darf gespannt sein, wie lange er sich noch auf seinem Stuhl wird halten können. Noch sehr lange.
Trotz seinem Unsinn, den er verlauten lässt, wird er sich noch lange halten. Denn Leute wie Müller in Schaan brauchen solche vorschwätzenden Schellnhubers mit Doktorhut, um sich in deren Gefolge ebenfalls als Klimaretter einzuschleichen und sich wichtig zu machen. In Tat und Wahrheit sind das aber ganz gefährliche Missionierer. Setzen sie doch, ob nun bewusst oder nicht, auf die Angst des Menschen und mit jener kann man sehr gut Schindluder treiben. Alle Religionen bauen darauf und hatten in der gesamten Menschheitsgeschichte grossen Erfolg damit.
Bertrand Russel meint dazu in «Warum ich kein Christ bin»: «Die Religion stützt sich vor allem und hauptsächlich auf die Angst. Teils ist es die Angst vor dem Unbekannten und teils, wie ich schon sagte, der Wunsch zu fühlen, dass man eine Art grossen Bruder hat, der einem in allen Schwierigkeiten und Kämpfen beisteht. Angst ist die Grundlage des Ganzen – Angst vor dem Geheimnisvollen, Angst vor Niederlagen, Angst vor dem Tod. Die Angst ist die Mutter der Grausamkeit, und es ist deshalb kein Wunder, dass Grausamkeit und Religion Hand in Hand gehen, weil beide aus der Angst entspringen. […] Eine gute Welt braucht Wissen, Güte und Mut, sie braucht keine schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit, keine Fesselung der freien Intelligenz ...»

Jo. Schädler,
Badäl 134, Gamprin

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