Leserbrief

Game over – Drei Mal Nein

Michael Sturzenegger,Im Zagalzel 6, Schaan | 31. Mai 2014

Mir drängt sich bei diesem Abstimmungskampf um das Pensionskassen-Desaster immer das gleiche Bild vor Augen. Ein paar zwängelnde Kinder, die unbedingt neue Münzen für den Spielautomaten wollen. Die grundsätzliche Frage, ob diese verzogenen Pimpfe mit unserem Geld weiterspielen sollen, wird jedoch nie gestellt. Von Herrn Hasler bekommt man immer dieselbe Aussage zu hören, wir wählen ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Das kann nicht stimmen, mit den drei Vorlagen wird lediglich ein Zwischenhalt mit Schrecken gewählt.
Alle noch so farbigen Vergleiche sind obsolet, denn sie ändern nichts an der Tatsache, dass hier Leute am Werk waren, die das schlicht und einfach nicht konnten. Im Vergleich war das St. Galler PK Desaster nur Regionalliga (300 Millionen bei 30 000 versus 300 Millionen bei 3000 Versicherten). Die alte Seilschaft, die die 300 Millionen Franken in den Sand gesetzt hat, wird bestehen bleiben. Vielleicht gibt es ein paar kosmetische Umbesetzungen, aber sonst nichts Neues aus dem Westen. Die Regierung selbst hat jetzt schon insgeheim die 100 Millionen Darlehen abgeschrieben, ansonsten wäre es der neuen PK bestimmt auch möglich, einen kleinen Zins zuzahlen und die «Win-Win»-Seite rechnet offen mit dem Verlust. Von dieser Ausgangslage kann es nur eine Stimmempfehlung geben: Drei Mal Nein.
Schickt die Kinder nach Hause, wickelt die PVS ab, zahlt die Fehlbeträge in eine entsprechende privatwirtschaftliche PK ein und wählt eine gängige Vorsorgestrategie, wie sie auch im Gewerbe oder der entsprechenden Branche üblich ist. Jede Staatsstelle und jeder Staatsbetrieb kann selbst seine Kasse auswählen und setzt zwecks Spardisziplin die Beitrags-Aufteilung auf 50:50. So wird der staatliche Arbeitsplatz nicht unattraktiver, sondern der Privatwirtschaft gleichgesetzt. Nur so kann von einem Ende gesprochen werden, welches auch ein wirkliches Ende ist.
Vielleicht gibt es ja auch noch ein kleines Wunder von Seiten der PVS-Verantwortlichen und sie übernehmen die Differenz bei ihrem Guthaben selbst und nicht der Steuerzahler. Schliesslich haben sie während der gesamten Zeit auch ihren vollen Lohn bezogen, obwohl sie nur teilweise ihren Pflichten nachgekommen sind. Eine pflichtbewusste und verantwortungsvolle Arbeitsweise, war bestimmt auch Teil ihres Anstellungsvertrages.
Alles kann und darf man nicht auf die Wirtschaftskrise schieben, ansonsten stünden die anderen Kassen mit den gleichen finanziellen Löchern da. Nehmt diesen Leuten die Verantwortung von den Schultern, da sie diese sowieso nicht tragen wollen, und beendet dieses Trauerspiel. Löst sie auf, zahlt die Beträge in die privaten Kassen ein und wir erhalten so die letzte ehrliche und wahrscheinlich schrecklichste Auskunft: wieviel nun tatsächlich flöten gegangen sind.


Michael Sturzenegger,
Im Zagalzel 6, Schaan

FL–A–CH

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