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Leserbrief

Wasser und Wein

Für «GegenWINd»: Peter Wachter, Nolla 14, Schellenberg | 31. Mai 2014

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Diese Worte hörten mein Bruder und ich jeweils von unserer Mutter, wenn es zwischen uns wieder einmal gescheppert hatte. Sie wollte damit nicht nur unseren Streit schlichten, sie wollte uns auch eine der wichtigsten Regeln für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft näherbringen.
Wenig von dieser Regel scheint der Initiant der «Win-Win»-Initiativen zu halten. Zuerst will er uns weismachen, nur die Pensionskasse der Staatsangestellten sei ein Sanierungsfall. Er hätte es besser wissen können. In den vergangenen Jahren sind, in einem problematischen Zinsumfeld, vor allem ältere Kassen, mit vielen Rentnern, in Schwierigkeiten geraten, auch seine eigene.
Zur Sanierung der PVS sollen Arbeitnehmer und Rentner harte Einschnitte in Kauf nehmen, seine Kasse wurde ausschliesslich mit Arbeitgeberbeiträgen saniert.
? Die Renten sollen gekürzt werden, seine wurde es nicht.
? Die Arbeitnehmer sollen höhere Beiträge leisten. In seinem ehemaligen Betrieb ist dies nicht der Fall.
? Die Rentner sollen für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auf jeden Teuerungsausgleich verzichten. Damit ihm das nicht passiert, hat seine ehemalige Firma bereits Rückstellungen in Millionenhöhe gemacht.
? Die Arbeitnehmer sollen in Zukunft fünfzig Prozent der Beiträge leisten. Die Hilti AG bezahlt als Arbeitgeber bis zu sechzig Prozent der Einlagen.
Für solches Denken und Handeln hatte meine Mutter ebenfalls ein Sprichwort parat: Wasser predigen und Wein trinken.Weil dem so ist, sollten wir zweimal Nein stimmen.

Für «GegenWINd»: Peter Wachter,
Nolla 14, Schellenberg

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