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Leserbrief

Steuerzahler gegen Landesverwaltung?

Peter Binder,Iradug 63, Balzers | 30. Mai 2014

Die «Win-Win»-Initiativen zeichnen im Vorfeld zur Abstimmung bewusst ein einfaches gesellschaftliches Bild: Auf der einen Seite sollen die bösen Angestellten der Landesverwaltung stehen und auf der anderen Seite die armen Steuerzahler. Beide Lager treten Mitte Juni im Abstimmungskampf gegeneinander an. Sollte eine der Initiativen gutgeheissen werden, könnten sich beide Kampflager als Gewinner, oder eben als Winner bezeichnen, behaupten die Initianten aus unklaren Gründen. Aber eben, die Welt ist nicht immer so einfach, wie man sie gern haben möchte. Beispielsweise sind von dieser Abstimmung ja nicht nur die sogenannten Landesverwaltungsangestellten betroffen, sondern auch alle Lehrpersonen vom Kindergarten bis ins Gymnasium, alle Angestellten der Fürst von Liechtenstein-Stiftung, der Special Olympics, der Universität Liechtenstein, der Post AG, der LKW, des Landesspitals, der Flüchtlingshilfe, der Bewährungshilfe, des Kunstmuseums, der Landesbibliothek und viele weitere Angestellte anderer Institutionen, welche der staatlichen Pensionsversicherung angehören. Und andererseits sind auch die sogenannten Steuerzahler nicht immer solche, die Steuern zahlen. Es gibt Steuerzahler, die zahlen, andere die zahlen keine oder einfach zu wenig Steuern. Demgegenüber sind wiederum die sogenannten Landesverwaltungsangestellten auch Steuerzahler und zwar pflichtbewusste und exakt abgerechnete. Es ist also nicht so einfach zu erkennen, wer nun gegen wen antritt, und wer dann letztlich siegen wird. Gleich kompliziert verhält es sich übrigens auch mit dem Sachverhalt zur Sanierung der Pensionsversicherung. Doch diese kann von den Initianten wiederum ganz einfach erklärt werden, was erneut nicht erstaunt. Aber im Vordergrund scheint bei den Initianten offenbar nicht die Sanierung der Pensionsversicherung zu stehen, zu welcher die bösen Landesverwaltungsangestellten mit der Regierungsvorlage schon über die Schmerzgrenze hinaus zur Kasse gebeten werden. Sondern man wird den Verdacht nicht los, dass es sich um eine Abrechnung mit Arbeitenden im Lande handelt, die man simpel als Landesverwaltungsangestellte bezeichnet und die man aus irgendwelchen Gründen auf Staatskosten abstrafen möchte. Sollten die Stimmberechtigten Mitte Juni tatsächlich eine solche Haltung an den Tag beziehungsweise in die Urne legen, dann wären im Nachgang zur Abstimmung mit Sicherheit keine «GeWinWiner» auszumachen!


Peter Binder,
Iradug 63, Balzers

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