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Leserbrief

«Win-Win» und seine Gegner – Das Problem kurz und knapp erklärt

Yasmin Hainschwang,Auring 20, Vaduz | 28. Mai 2014

Mit Interesse verfolge ich die derzeitige Diskussion um «Win-Win» und seine Gegner. Heute hat mich ein «Inserätli», abgebildet ein Herr Werner Kranz von der Telecom Liechtenstein, dazu veranlasst, nun doch noch meinen Kommentar dazu abgeben zu wollen: Er sagt im Inserat: «Die Pensionskasse ist Sache des Arbeitgebers. Mitarbeitende werden mit den Initiativen zu Schuldigen gemacht.»
Fast richtig! Dieses Inserat trifft das Problem zumindest teilweise. Zur ganz knappen Erklärung für alle, die es bis jetzt nicht begriffen haben, ein Beispiel: Firma X beschäftigt 150 Angestellte. Firma X verspricht ihren Angestellten eine fixe Rente. Allerdings haben die Buchhalter der Firma X falsch gerechnet. Denn die Rente, die die Firma X ausbezahlt, ist leider ein Vielfaches, was überhaupt einbezahlt wurde.
Zurück zu Herrn Werner Kranz der Telecom AG: Wer ist hier der Schuldige? Ganz klar Firma X. Und nun die Gretchenfrage: Wer muss nun für den Schlamassel aufkommen? Auch ganz klar: Firma X und weil Firma X nun einmal Angestellte hat, leider auch die Angestellten der Firma X.
Wenn zum Beispiel die Hilti AG Misswirtschaft betreiben würde und Probleme damit hätte, die Rentendeckung ihrer Mitarbeiter zu zahlen, kein Mensch der Welt käme dann auf die Idee zu sagen, dass irgendjemand anderes wie die Hilti AG und (leider auch) ihre Mitarbeiter die Misere wieder geraderücken müssten. Was mir nicht ganz klar ist: Die Gegner der Initiative stellen sich auf den Standpunkt, dass alle anderen für den Schlamassel aufkommen sollen. Ja, wir kommen alle für den Schlamassel auf, der da angerichtet wurde, nur muss doch die Hauptlast dort liegen, wo sie ursprünglich auch verursacht wurde.
Und: Hätte es keinen Nikolaus Frick gegeben, der diesen Stein ins Rollen gebracht hätte, dann wäre vielleicht gar nichts passiert und weiter so gewirtschaftet worden ... Und dann gute Nacht.
Liebe Gegner der «Win-Win»-Initiative, bitte seien Sie sich bewusst, dass wir hier alle in den sauren Apfel beissen (müssen), nicht nur Sie alleine. Doch der Verursacher muss nun einfach die Hauptlast tragen. Und leider ist der Verursacher Ihr Arbeitgeber.

Yasmin Hainschwang,
Auring 20, Vaduz

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