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Leserbrief

Kulturdenkmal Rheindamm gegen Rheinaufweitungen?

Mario F. Broggi, St. Mamertenweg 35, Triesen | 26. Mai 2014

Sehr geehrter Herr Züger. Ihr Leserbrief vom 24. Mai 2014 in beiden Landeszeitungen ist ein wertvoller Beitrag zur Diskussion des Pro und Contra von Rheinaufweitungen. Kurz eine Replik hierzu:
1. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem unbestrittenen Kraftakt, den Rhein in der zweiten Hälfte des 19.Jh. einzudämmen. Sie fragen sich, was die Urgrosseltern zu den neuen Ideen der teilweisen Rheinaufweitung sagen würden. Die damaligen Fachleute handelten nach bestem Wissen ihrer Zeit. Mit dem durchgehenden Wuhrbau bekämpften sie als Unterlieger u.a. die menschengemachten Folgen des Raubbaues am Bergwald im Einzugsgebiet des Rheines, wo Erosionen immer mehr Geschiebe abtransportierten. Mit den eingebauten Dämmen liessen sie allerdings dem Rhein zu wenig Platz. Sie gestalteten ihn zum Abflusskanal mit wachsenden Gefahren für die Unterlieger. Dies soll nun mit einem weiteren Werk saniert werden, wie das nachträglich auch bei der Rheinmündung in den Bodensee mit grossem Aufwand betrieben werden muss.
2. Der Rheindamm bleibt als Erinnerung an vergangenes Wirken zum grösseren Teil auch mit den vorgeschlagenen Aufweitungen als Kulturdenkmal erhalten, jedenfalls viel mehr davon als wir alte Häuser als auch Kulturdenkmäler abreissen. Auch unser Landfrass von einem Quadratmeter pro Minute für bauliche Bedürfnisse im Land ist wenig nachhaltig.
3. Die vorgeschlagenen Rheinaufweitungen werden grösstenteils die Flächen der Galeriewälder entlang des Rheines betreffen, die dann nach der Ausweitung zu Auwäldern werden können. Die Aufweitungen erhöhen die Hochwassersicherheit, indem wir dem Wasser mehr Platz anbieten. Solche Ausweitungen machen vor allem Sinn, wenn sie wie eine Perlenschnur auch weiter oben und weiter unten ausgeführt werden. Solche Planungen laufen derzeit. Der Alpenrhein ist darum in seiner Durchgängigkeit wie auch in den Wechselbeziehungen zur Umwelt zu sehen. Und Hand aufs Herz, ein wenig Naturromantik soll nicht fehlen. Wir alle bezeichnen ja Spaziergänge und Wanderungen in einer möglichst intakten Natur als sehr wertvoll. Mit freundlichen Grüssen.


Mario F. Broggi,
St. Mamertenweg 35, Triesen


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