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Leserbrief

Fragwürdige Auftragsvergabe

Willi Frommelt, Im Gafos 23, Schaan | 26. Mai 2014

Die Art und Weise, wie die politischen Entscheidungsträger ihre Abstimmungskampagne gegen Nikolaus Frick und seine «Win-Win»-Initiativen führen, veranlasst mich, folgenden Sachverhalt bekannt zu machen: Die Versichertenverwaltung der neu gegründeten Stiftung Personalvorsorge Liechtenstein (SPL) wurde an ein schweizerisches Unternehmen ausgelagert. Der Auftrag erging an die PFS Pension Fund Services AG, Glattbrugg. Gemäss Homepage (www.pfs.ch) bietet die PFS drei Geschäftsbereiche an: Pensionskassen-Management, Vorsorgestiftung und Freizügigkeitsstiftung. Ausserdem führt die PFS Herrn Boris Morf von der Dipeka AG, Zürich, als ihren Pensionskassen-Experten auf. Diese Funktion übt er auch für die neue Pensionskasse des Staates (SPL) aus. Der Homepage der Dipeka AG (www.dipeka.ch) entnehme ich, dass zu ihren fünf PK-Experten auch Frau Esther Sager gehört, die somit Arbeitskollegin von Boris Morf ist. Sie ist in der Projektgruppe der Regierung für die PVS-Sanierung tätig und hat im Auftrag der Projektgruppe die Ausschreibung für die technische Verwaltung der neuen SPL erstellt sowie die Vergabekriterien gestaltet. Die liechtensteinischen Bewerber mussten ihre Angebote direkt an Frau Sager einreichen. Das heisst, dass die PFS durch die berufliche Nähe von Frau Sager zu Herrn Morf eindeutig einen Wissensvorsprung hatte. Aufgrund der geschilderten Umstände darf man das Vergabeverfahren als eine reine Alibiübung für die liechtensteinischen Anbieter bezeichnen. Nach meiner Ansicht hätte man der PFS keine Ausschreibung zustellen dürfen, weil die Dipeka gleichzeitig für die Regierung, die SPL und die PFS arbeitet. Es stellen sich einige Fragen: Hat Frau Sager von der Dipeka den Mitgliedern des Stiftungsrates ihre Befangenheit gemeldet? Oder wurde der Auftrag sogar von der Projektgruppe vergeben? Wenn nicht, warum hat der Stiftungsrat die Interessenkonflikte nicht erkannt? Der Regierungschef hat mehrfach betont, dass die Politik rechtlich keinen Einfluss mehr auf die neue SPL ausüben könne. Die Umsetzung in der Praxis sieht jedoch anders aus … Ich empfehle den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, die «Win-Win»-Initiativen mit zweimal Ja anzunehmen.


Willi Frommelt,
Im Gafos 23, Schaan

Natur

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