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Leserbrief

Kulturdenkmal Rheindamm

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen | 24. Mai 2014

In den letzten Tagen konnte man in den Tageszeitungen lesen, dass dem Rhein aus Naturschutzgründen wieder breiterer Lauf gelassen werden sollte; dazu müsste der bestehende Rheindamm abschnittsweise aufgebrochen und landeinwärts versetzt werden. Was würden unsere Urgrossväter und –mütter wohl dazu sagen, könnten sie noch davon hören?
Vor 200 Jahren noch überflutete der Rhein in seinem freien Lauf unvorhersehbar, aber immer wieder die Talböden und vernichtete so die kargen Getreideernten und Grasfuttergebiete. Die Folge war eine ständige Angst vor Hunger und Elend, oder dem Auswandern ins Ungewisse nach Übersee, mit der Hoffnung, diesem Unbill zu entfliehen. Vor circa 150 Jahre wagte man sich schliesslich an den (finanziellen) Kraftakt von überregionaler Dimension, den Rhein durchgängig mit massiven Dämmen zu bändigen. Dieser Rheindamm konnte nur mit grössten Anstrengungen gebaut werden; die damaligen Mittel bestanden aus Ochsenkarren, ersten Dampfmaschinen getriebenen Seilzügen, aber vor allem aus sehr viel Muskelkraft. Diese Leistungen mussten neben der schon entbehrungsreichen Landwirtschaft zur eigenen Ernährung erbracht werden.
Nur mit diesem Rheindamm konnte sich das Land dann allmählich weiterentwickeln; dank einer nun relativ grossen Sicherheit auf regel- mässige Ernteerträge konnte eine wachsende Bevölkerung ernährt werden. Damit konnten erste gewerbliche Betriebe entstehen und sich allmählich zu grösseren Industriebetrieben entwickeln, und so die wirtschaftliche Prosperität des Landes bis zum heutigen Tage sicherstellen. Wenn ein Bauwerk im Land als Kulturdenkmal bezeichnet werden kann, dann steht der Rheindamm sicher mit weitem Abstand an erster Stelle!
Und heute, 150 Jahre später, im zig-fach abgesicherten (materiellem) Wohlstand und staatlich garantiertem Sozial- und Rentensystem, machen sich Personenkreise stark dafür, diesen Rheindamm streckenweise aufzureissen und Kulturland wieder überschwemmen zu lassen, mit sogenannt umweltschützerischen und natur-romantischen Beweggründen.
Nachbemerkung: Unsere Urgrossväter hätten schon längst Staustufen in den Rhein eingebaut, um damit zuverlässig, während 24 Stunden, und kostengünstig wenigstens einen Teil des Stroms zu erzeugen, ohne den unser Wohlstand undenkbar wäre.

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen

Glaube

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