Leserbrief

Wir brauchen Propheten

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 24. Mai 2014

Sicher nicht solche, die sich selbst zu Propheten erklären, sondern solche, wie Gott schon im AT seinem Volk gesandt hat, wenn es ihn, den Spender alles Guten, vergessen hat. Wenn die Israeliten «fremden Göttern» nachliefen, riefen die Propheten sie zur Umkehr. Welchen Göttern rennen wir heute nach? Macht, Geld, Podest … Manche machen die Gesundheit zur Religion. Viele Krankheiten und Kriege sind «Frucht» der Zerstörung unseres Klimas und der echten Werte. Die Gesundheitskosten steigen; aber die Götter Wirtschaftswachstum, Genuss … steigen nicht vom Thron. WWF und Klimagipfel verschlingen viel Zeit und Geld – aber das Umdenken bleibt aus. Zum Glück gibt es Ausnahmen!
Vor gut einem Jahr schenkte uns Gott Papst Franziskus, der lebt, was er sagt. Am 16. 12. 2013 sagte er bei der hl. Messe: «Die Kirche braucht die prophetische Dimension, um nicht im Legalismus und Klerikalismus zu erstarren.» Vor Kurzem riet er den kirchlichen Karrieristen: «Geht besser auf Berge! Das ist gesünder …» Er sieht die heutige Wirklichkeit mit Gottes Augen und weist den Weg in eine für alle lebbare Zukunft. Das schrieb er unverblümt, prophetisch hoffnungsvoll im «Apostolischen Schreiben: Die Freude des Evangeliums».
Alle Menschen guten Willens bewundern Papst Franziskus und lieben ihn (bis auf viele «Mächtige» in Kirche und Wirtschaft!) Sind sie aber – sind wir Menschen in reichen Ländern – auch bereit, unser Leben zu ändern, um den Hungernden, den Flüchtlingen das Lebensnotwendige zu sichern? Jemand errechnete, dass kein Mensch auf Erden hungern müsste, wenn bei Reichen nicht täglich Millionen Tonnen gesunder Lebensmittel im Abfall landeten. Gott sei Dank, es gibt schon konkrete Zeichen des Umdenkens auch im FL!


Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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