Leserbrief

Ertrag der Mandatssteuer

Patrick Sele,St. Markusgasse 13, Vaduz | 29. April 2014

Im «Liechtensteiner Volksblatt» vom 24. April 2014 wird am Beispiel der Steuereinnahmen des Jahres 2013 errechnet, dass die Mandatssteuer für die Kirchen 2,32 Millionen Franken erbringen würde.
Ausgehend von diesem Betrag bedeutet dies angesichts des Umstands, dass die Beiträge von Land und Gemeinden an Religionsgemeinschaften ohne Berücksichtigung des Religionsunterrichts bislang rund 5,4 Millionen Franken betrugen (Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag 2012/114), dass die staatlich anerkannten Kirchen nach der Einführung der Mandatssteuer lediglich 43 Prozent des bisherigen Betrags erhalten würden. Wenn man von der Annahme ausgeht, dass rund 70 Prozemt der Mitglieder der staatlich anerkannten Kirchen diesen den Mandatssteuerbeitrag zukommen lassen würden, reduziert sich der Beitrag des Staates an die genannten Kirchen noch weiter auf etwa 30 Prozent des bisherigen Betrags.
Gemäss der von Wilfried Marxer vom Liechtenstein-Institut verfassten Studie «Religion in Liechtenstein: Umfrage im Auftrag der Regierung des Fürstentums Liechtenstein über Glauben, Religiosität, religiöse Toleranz und das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften» sind 71 Prozent der Katholiken der Ansicht, dass für den Fall, dass die katholische Kirche nach der Neuordnung des Staatskirchenrechts weiterhin vom Staat finanziert wird, diese genauso viel oder sogar mehr Geld vom Staat erhalten sollte wie bis anhin.
Aus diesem Ergebnis kann der Schluss gezogen werden, dass das im Religionsgemeinschaftengesetz vorgesehene Modell der Kirchenfinanzierung nicht den Vorstellungen der Mehrheit der Bevölkerung entspricht.


Patrick Sele,
St. Markusgasse 13, Vaduz

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