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Liechtensteinische Gesellschaftfür Umweltschutz, LGU | 25. April 2014

Das Ziel ist klar. Weniger Treibhausgase und Luftschadstoffe sollen die Autos in Liechtenstein in Zukunft ausstossen. Eine seit Langem diskutierte und von der Regierung in der Energiestrategie 2020 vorgeschlagene Massnahme ist, die Motorfahrzeugsteuer so umzustellen, dass die Menschen beim Autokauf spritsparende Modelle wählen. Der Landtag hat die Regierung aufgefordert, verschiedene Varianten für eine Motorfahrzeugsteuer aufzuzeigen. Im Mai wird er nun über vier Vorschläge der Regierung diskutieren.
Wie hoch die Motorfahrzeugsteuer für verschiedene Automodelle jeweils ausfallen könnte, wurde im Regierungsbericht berechnet. Dabei blieben jedoch einige Aspekte unberücksichtigt. Beim Autokauf ist vor allem der Kaufpreis wichtig. Die umweltverträglicheren Elektro- und Erdgasautos sind in der Regel teurer als vergleichbare Benzin- oder Dieselautos. Sie bleiben es auch dann, wenn die Treibstoff-Kosten hinzugerechnet werden. Das müsste die Motorfahrzeugsteuer ausgleichen, wenn mit ihrer Hilfe tatsächlich etwas besser werden soll. Genau das machen die Vorschläge der Regierung aber nicht. Dass es geht, zeigen uns andere Länder.
In Deutschland wird der CO2-Ausstoss seit 2009 bei der Steuerberechnung berücksichtigt. «Die Neuerung hat durchaus schon Anreize für Neuwagenkäufe mit sparsamen Motoren geschaffen», sagte dort ADAC-Steuerexperte Jürgen Albrecht vor eineinhalb Jahren.
Die Regierung möchte nur noch den Kauf von Elektrofahrzeugen etwas attraktiver gestalten. Studien zur Umweltbilanz von Automodellen weisen darauf hin, dass Elektroautos nur dann deutlich umweltverträglicher als herkömmliche Autos sind, wenn sie mit Ökostrom getankt werden. Erdgas ist generell umweltschonender als Benzin oder Diesel. Wichtig ist es aber bei allen Fahrzeugen, Modelle mit einem geringen Verbrauch zu wählen.
Da es sich bei allen vier Vorschlägen der Regierung finanziell nicht lohnt, umweltverträglichere Autos zu kaufen, wird alles beim Alten bleiben. Es könnte sogar schlechter werden, weil die Regierung die derzeitige Steuerbefreiung für die schadstoffärmeren Erdgas-, Solar- und Hybridfahrzeuge aufheben will.
Wenn der Landtag sein Ziel tatsächlich erreichen will, bleibt ihm deshalb nur eines: Die Regierung aufzufordern, bessere Vorschläge zu machen. Es gibt sie.

Liechtensteinische Gesellschaft
für Umweltschutz, LGU

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