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Leserbrief

Wo bleibt die staatliche Hilfe?

Christine Meyerhans,Steinbösstrasse 9, Mauren | 24. April 2014

Schwanger 1999! Zum Thema frühzeitige Schwangerschaft habe ich vor 15 Jahren einen Leserbrief geschrieben. Vielleicht kann sich noch jemand daran erinnern. Meine Tochter, damals Schülerin, bekam mit 16 Jahren keinerlei Unterstützung. (Ausschliesslich die Kindertagesstätte wäre bezahlt worden.) Ich hätte ja schon sechs Kinder, sei fit und solle dieses als mein Siebtes betrachten. Wir verliessen das Sozialamt kreidebleich und hofften, nie mehr dahin- gehen zu müssen! Viele Anrufe, auch von politisch engagierten Personen, waren die Folge. Sogar Radio L hat den Leserbrief herausgepickt und die kritischen Anmerkungen wurden vom Sozialamt live bestätigt. Alle waren entsetzt, geändert hat sich aber nichts! Kind, Arbeit, Matura, Studium und so ist meine Tochter trotzdem zu einer guten Steuerzahlerin geworden. Ihr Sohn ist heute ein aufgestellter, anständiger, sportlicher junger Mann!
Schwanger.li 2014! Heute, 15 Jahre später, ist es wieder so weit: Mein Sohn (20) und seine Freundin (18), beide Lehrlinge, benötigen ein bescheidenes Nest für ihr Nachkommen. Abtreibung kommt nicht in- frage! Ich selbst arbeite zwar, bin aber nicht in der Lage, die werdenden Eltern finanziell zu unterstützen. Gott sei Dank, es gibt seit 2006 schwanger.li! Nach zwei Sitzungen wurden sie allerdings nur ans Sozialamt verwiesen. Wo bleibt der Nutzen dieser doch kostspieligen Einrichtung? Diesen Schritt könnte auch jeder Laie in Erwägung ziehen. Laut Telefongespräch mit dem Sozialamt gäbe es vor der Geburt ohnehin keine Unterstützung, beide sollen bei ihren Eltern wohnen. Dass diese Situation aber nicht gerade familienfreundlich ist, leuchtet jedem normalen Bürger ein. Ab September zu dritt, jedoch planlos, Stress pur!
Kann es sein, dass die Zeit der Ämter 15 Jahre stehen geblieben ist? Was wir von schwanger.li erwartet hätten:
? Eine Abklärung mit den vier betreffenden Elternteilen, ob sie sozial, moralisch oder finanziell einen Beitrag leisten könnten, da beide Lehrlinge noch in Erstausbildung sind.
? Eine direkte Zusammenarbeit mit dem Sozialamt-Kontakt zum Lehrlingsamt beziehungsweise der Berufsschule mit der Frage, ob eine Lehre mit voller Schulzeit, aber reduzierter Arbeitszeit für die Kindsmutter möglich wäre.
? Eine bescheidene Wohnmöglichkeit schon vor der Geburt des Kindes, um sich vom Elternhaus und der damit verbundenen Abhängigkeit lösen und auf die neue verantwortungsvolle Situation einstellen zu können.
Dieses «Alleine-lassen» von jungen werdenden Eltern ist für mich unverständlich. Falsche Versprechungen in den Medien suggerieren nur Hoffnungen, die es nicht gibt. Legt wenigstens die Fakten ehrlich auf den Tisch, ansonsten verliert ihr die Achtung der Bevölkerung! Sehr interessieren würde mich, wie es anderen in ähnlicher Lage ergangen ist. Ob positive oder negative Erfahrungen, bitte meldet euch. Irgendetwas stimmt da meiner Meinung nach nicht und ich bitte alle Verantwortlichen herauszufinden, wo der Wurm drin ist.

Christine Meyerhans,
Steinbösstrasse 9, Mauren

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