Leserbrief

IG «Nein zu einem neuen Sanierungsfall» und griechische Staatsanleihen

Ivo Kaufmann,Fingastrasse 2a, Triesen | 23. April 2014

Wie man aus Pressemitteilungen entnehmen konnte, lehnt die neu gegründete Interessengemeinschaft «Nein zu einem neuen Sanierungsfall» die beiden «Win-Win»-Initiativen ab mit der Begründung, dass durch einen Zinssatz von 2,875 Prozent auf den durch die beiden «Win-Win»-Initiativen vorgesehenen Darlehen an die staatliche Pensionskasse deren Anlageergebnis gefährdet sei und zu einer erneuten Sanierung der PVS führen könnte. Herr Lageder ist der Ansicht, dass nur durch Anlagen in Hochrisikopapiere wie griechische Staatsanleihen eine respektable Rendite möglich wäre.
Nun, Herr Lageder scheint sich mit Finanzen und vor allem in der internationalen Finanzwelt nicht sonderlich gut auszukennen. Sonst hätte er mitbekommen müssen, dass Griechenland aktuell eine Anleihe mit nur noch 4 ¾ Prozent Zins ausgegeben hat. Es herrschte Euphorie pur bei den Anlegern, wohlwissend, dass diese Anleihe zwar nie von Griechenland zurückgezahlt wird, dass aber die EU Griechenland nicht fallenlassen wird und letztendlich eigentlich nur Deutschland bleibt, um solche Griechenland-Anleihen zurückzuzahlen. Wenn also Herr Lageder bei Griechenland-Anleihen von Hochrisikopapieren spricht, setzt er damit Deutschland schuldnermässig auf die gleiche Stufe wie Griechenland. Es wäre also durchaus möglich, einen Teil des Darlehens an die PVS mit einer Griechenland-Anleihe von 4 ¾ Prozent zu refinanzieren, zumal die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Geldpolitik das Währungsrisiko abgesichert hat. Es braucht also schon stichhaltigere Argumente seitens der IG, um gegen die beiden «Win-Win»-Initiativen zu sein. Das mit den Anlagen zieht nicht.

Ivo Kaufmann,
Fingastrasse 2a, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung