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Leserbrief

Das Geschenk der österlichen Busszeit

Sr. Alma Pia, ASC,Kloster St. Elisabeth, Schaan | 12. April 2014

Der Katechismus mahnte schon in alten Zeiten, wenigstens einmal im Jahr – in der Osterzeit – zu beichten und die hl. Kommunion zu empfangen. In einer Predigt im Mai 2013 sagte der neue Bischof von Rom: «Die Beichte ist keine Folterkammer». Dann führte er aus, das sakramentale Sündenbekenntnis sei in Wirklichkeit eine Freilassung aus dem Gefängnis der eigenen Schuldgefühle – ein Ostergeschenk des auferstandenen Christus. Selbst wiederholtes Versagen – unsere Gewohnheitssünden – seien kein Hindernis für Gottes verzeihende Liebe.
Franziskus definiert sich als Sünder und beichtet auch, bevor er «Beicht hört».
Die Schuld macht die Seele krank, sperrt sie gleichsam ins Gefängnis, das kein Psychiater öffnen kann. Irgendwo habe ich gelesen: Die «Entsorgung» jedes Beichtstuhls sorgt für eine neue Nervenklinik. Wollen wir eine solche «Arbeitsbeschaffung», welche die Wunden der Seele nur zudecken, aber nicht heilen kann? Nur Gott kann und will die Wurzeln heilen, die er uns eingepflanzt hat.
Schon vor gut 20 Jahren las ich im «Das Beste», Anfang des 21. Jahrhunderts werde jeder 3. Europäer psychisch krank sein. Dieser %-Satz ist wohl schon überschritten. Manche Kinder werden schon psychisch krank geboren und unzählige misshandelte und/oder überforderte Mütter – zuweilen auch Väter! – erleben schon in jungen Jahren das quälende Burn-out, weil sie alles richtig machen, aber auch alles sehen und erleben wollen, um ja «in» zu sein. Plötzlich sind sie dann leider «out»! Ich wünsche uns allen den Mut und die Kraft, rechtzeitig auf die Bremse zu treten!

Sr. Alma Pia, ASC,
Kloster St. Elisabeth, Schaan

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